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Jahr: verkauft
Bemerkung:
ArtikelNr. 00092
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Hamburger Zeitung, 2. Ausgabe. Kriegsarbeitsgemeinschaft der Zeitungen Hamburger Anzeiger, Hamburger Fremdenblatt, Hamburger Tageblatt. Nr. 92, Ausgabe A, Einzelpreis 10 Pfg., auswärts 15 Pf., FREITAG, 20.April 1945. [im Impressum: „Für Druckfehler infolge unleserlicher Schrift wird kein Ersatz geleistet.“]. Als Verlagleister fungiert ein „Herbert Okraß“.

1 Blatt 56x40cm, beidseitig bedruckt, 1 abgedrucktes Bild, unten außen mit Randausriß 17x5cm (leider mit Textverlust, der Rand der Kolummne ist bei rund 25 Textzeilen um max. knapp 1cm abgeschnitten), partiell stockfleckig, 2 Knickfalzen, kleine Randläsuren; stärker lichtverfärbt als auf dem Photo! Trotz aller Mängel ein sehr seltenes und ergreifendes Relikt der jüngsten Geschichte. Deutschland im Alptraum, 1914-1945 letzter Akt.

Schlagzeile: „Dr. Goebbels zum Führergeburtstag. Gerader Weg“.
„Berlin, 20. April. Reichsminister Dr. Goebbels richtete am Vorabend des Führergeburtstages eine Rundfunkansprache an das deutsche Volk, in der er die geschichtliche Größe der Person und des Werkes Adolf Hitlers auf dem Höhepunkt des Entscheidungskampfes würdigte. Als Sprecher der Nation erneuerte Dr. Goebbels das leidenschaftliche Treue- und Kampfbekenntnis aller Deutschen zu dem Manne, ohne den das Reich und Europa im jüdisch-bolschewistischen Chaos untergegangen wären. Reichsminister Dr. Goebbels führte u.a. aus: In einem Augenblick des Kriegsgeschehens, in dem, so möchte man glauben, vielleicht zum letzten Male, alle Mächte des Hasses und der Zerstörung von Westen, Osten, Südosten und Süpden gegen unsere Fronten rennen, um sie zu durchbrechen und dem Reich den Todesstoß zu versetzen, ist nicht der richtige Zeitpunkt, zum Geburtstag des Führers mit den sonst üblichen Worten zu sprechen oder ihm mit den traditionellen Glückwünschen aufzuwarten. Ich kann sagen, daß die Zeit in all ihrer dunklen und schmerzenden Größe im Führer den einzigen, würdigen Repräsentanten gefunden hat. Wenn Deutschland heute noch lebt, wenn Europa und das gesittete Abendland mit seiner Kultur und Zivilisation noch nicht ganz im Strudel des finsteren Abgrundes, der sich gähnend vor uns auftut, versunken ist, sie haben es ihm allein zu verdanken. Denn er wird der Mann des Jahrunderts sein, der sich unter furchtbaren Wehen und Schmerzen zwar, aber doch sich seiner selbst sicher den Weg nach oben bahnt. Er ist der einzige, der sich selbst treu blieb, der unbeirrt seinen geraden Weg fortsetzteeinem Ziel entgegen, das heute zwar unsichtbar hinter den Trümmerbergen liegt, das aber doch wieder strahlend vor unseren vor Schmerz brennenden Augen erscheinen wird, wenn wir sie einmal überschritten haben. [................]“ Dann der berühmte und oft gesendete und gedruckte letzte Satz: „Er soll uns bleiben, was er uns ist und immer war: Unser Hitler!“.
Nächste Schlagzeile: „TRUMANS REDE VOR DEM KONGRESS – NEUE MÄNNER UM TRUMAN“, dann „FEINDDRUCK IN DER LÜNEBURGER HEIDE _ STANDHAFTE DEUTSCHE ABWEHR _ KAMPFGELÖBNIS NÜRNBERGS.“ Weiter: „NEUE POLENFORDERUNG MOSKAUS“ und „SOWJETUMTRIEBE IN SCHWEDEN“. Dies die Texte der Vorderseite. Auf der Rückseite: „DER GESTRIGE WEHRMACHTSBERICHT“ . Block zum Thema Hamburg: „DIE WICHTIGSTEN AUSWEISE - JEDE VON DIESEN - PFLANZKARTOFFELN SCHNEIDEN - ACHTUNG, HAUSFRAUEN!“. Darunter „AUFKLÄRUNG ÜBER FLÜCHTLINGSSCHICKSALE; DIE SUCHKARTEI DER HAMBURGER NSV“, „ALLE 14 TAGE ERBSEN SÄEN! PRAKTISCHE WINKE FÜR DEN ANBAU VON GEMÜSE“. Kleine Schlazeilen: „Hanseatische Wertpapierbörse“, „Brennstoffschwierigkeiten bei den schwedischen Eisenbahnen“, „Hülsenfruchtstroh als Heuersatz“, „Auch Fußballspiele geplant“ [Für Sonntag wird ein Spiel des HSV gegen St. Pauli für 16.30 Uhr am Rotenbaum anberaumt, ebenso ein weiteres am Samstag 18.00 Uhr in Wandbek], „Wirtschaft in Kürze“. Dann ein großer Block mit Todesanzeigen. „FÜR FÜHRER UND REICH GABEN IHR LEBEN“, von Ernst Chr. Brandes, „Ltn.“, zu Hertha Stukenberg. Darunter ein Block, genannt „Es starben“, von Krahnstöver bis Manson.

Wer weiß, wie viele Zeitungen in Hamburg beim letzten Führergeburtstag noch täglich druckten. Groß kann die Zahl nicht gewesen sein.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS