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Jahr: 1939-1944
Bemerkung:
ArtikelNr. 08951
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Zweiter Weltkrieg in Hypotheken, Treuhänder-Register der Süddeutschen Bodencreditbank 1939-1944

Süddeutsche Bodencreditbank. Treuhänder-Register Goldmark-Hypotheken, Abgang. Gr.4° (32x46x8cm), Ledereinband mit Metallverstärkung, Doppelblatt 19 (Eintragungen ab 27.3.1939) bis Doppelblatt 416. Eintragungen bis Doppelblatt 399 (31.12.1944). Blätter vorne fehlen, tabakrüchig, berieben und fleckig, sonst gut. Das Buch wiegt stolze 9.2 Kilo!

Die faszinierende Quelle führt im Deutschen Reich (ohne Österreich) gelegene Immobilien und die darauf entfallenden Hypothekenbeträge auf. Genannt sind wohl diejenigen Objekte, deren Hypotheken erloschen waren. An jedem Werktag sind zahlreiche (ca. 3 bis 20) Gebäude eingetragen. Jedes Doppelblatt ist in verschiedene Rubriken unterteilt (Registernummer, Aktennummer, Datum der Eintragung, Lage des Pfandgrundstücks, Grundbuchbezeichnung, Betrag der Hypothek in Goldmark, Deckungsbetrag, Treuhändervermerk, Bemerkungen). Nach jedem 31.12. folgt eine knappe Summierung, unterteilt in „Alte Südboden“, „Neue Südboden“ und „Bayernboden“. Die Endsummen 1941, 1942 und 1943 wurden kurioserweise erst am 7.2.1950 durch Unterschrift bestätigt. Leider sind im Buche die Eigentümer (also Beleiher) nicht namentlich erwähnt!

Weshalb ein für die Bank ehedem bedeutsames Dokument seinen Weg in einen bayerischen Wertstoffhof fand, ist unklar. Vermutlich nahm irgendwann nach dem Kriege ein Mitarbeiter das durch interne Umstrukturierungen nutzlos gewordene Buch mit nach Hause.

Bemerkenswert erscheint, dass im Dezember 1944 noch Häuser genannt werden, die in Ostpreußen und anderen Ostgebieten situiert sind (u.a. Breslau, Glogau, Guttstadt, Landsberg an der Warthe) Die meisten 1944 erwähnten Ortschaften liegen indes in Bayern und den deutschen Großstädten – während 1939 bis 1943 noch zahlreiche Liegenschaften in Orten im Norden Deutschlands aufgeführt (Berlin, Dessau, Magdeburg) sind. Ob am 4.12.1944 das Haus Bergebuschstr. 5 in Essen noch stand, ist ebenso unklar wie die Gottschalkstr. 17 in Berlin Pankow (30.11.1944), die Wagnerstraße 8 in Köln Sülz (10.11.1944) oder die Erzgießereistr. 14-15 in München (31.10.1944). Doch fällt für 1944 ein Übergewicht bzgl. ländlicher und kleinstädtischer bayerischer Kommunen auf.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS