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Jahr: 1941-1944
Bemerkung:
ArtikelNr. 08907
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Hasso G. Stachow, Konvolut aus Nachlass des Soldaten, 1941 bis 1944

Konvolut aus dem Nachlass des Wehrmachtssoldaten und späteren Redakteurs und Autors Hasso G. Stachow (1924 bis ca. 2006). Zusammengefasst sind Dokumente und Relikte, die sich im Nachlass des Mannes fanden und die er (teils nach Auskunft seiner letzten Gattin) als Soldat im Zweiten Weltkrieg mit sich führte.

Der geborene Hamburger Hasso Stachow arbeitete ab den 1950ern als Zeitschriftenredakteur und brachte es in den 1960ern und 1970ern in die Führungsriege namhafter Journale: Er war u.a. Chefredakteur des 1960 von ihm für Verleger Jahr gegründeten Magazins „Schöner Wohnen“, später leitete er die „Freundin“. Er beendete seine Karriere offenbar im Management eines süddeutschen Zeitungsverlages.
1979 publizierte er einen seinerzeit erfolgreichen und in viele Sprachen übersetzten Kriegsroman, der stark auf eigenem Erleben basierte, „Der kleine Quast“. Das Buch schildert Erlebnisse eines Funkers und Sturmbataillonssoldaten am Wolchow und anderswo. 1982 schob er „Zeit-Zünder“ nach, einen Roman über einen in den 1980ern spielenden Rachefeldzug des ehemaligen Oberwachtmeisters Korn gegen den ehemaligen Oberleutnant Megler; die erste (und einzige) Auflage zählte stolze 40.000 Exemplare. Dass der Krieg den Mann nicht losließ, beweist seine letzte Publikation: 1997 veröffentlichte er „Fiasko an der Newa, der Kampf um Leningrad 1941 – 1944“. Interessanterweise änderte man in der 2001 erschienenen 2. Auflage das Wort „Fiasko“ in „Tragödie“. Dazu trug das Buch 1997 und 2001 den Untertitel „ein Augenzeugenbericht“. Der Text bringt neben der Sekundärliteratur entnommenen Informationen erneut Schilderungen eigener Erlebnisse. Bemerkenswert: In einer im „Verlag für Wehrwissenschaften“ 1997 gedruckten Sonder(?)-Auflage dagegen lautete der Untertitel nicht mehr „Augenzeugenbericht“, sondern „Fazit eines Zeitzeugen“ - der wissenschaftliche Gehalt der autobiographischen Textpassagen scheint nicht überzeugt zu haben.

Heute ist Stachow fast vergessen – obzwar der „Kleine Quast“ ein gelungenes Buch von erheblicher Eindringlichkeit und hohem Quellenwert ist.


- Metallkiste mit Deckel (geschlossen ca. 21x14x35cm), berieben und fleckig. Die Kiste trägt keinerlei Prägung oder Aufdruck, es scheint sich um eine zivile Fertigung zu handeln.
- Masken-Brille mit metallener Schachtel. Innen unten mit Beschriftungstafeln (dat. 1937), diese nicht ausgefüllt. Brillenbügel mit abgewetzter Prägung „Rala....“. Stachow war kurzsichtig. Ein Glas mit Abplatzung. Ein Bügel provisorisch befestigt.
- Goethes Gedichte (Reclam 1940, fleckig und falzig, Deckel vorne lose, mit handschr. Umschlag (dieser mit Besitzervermerk Stachow’s). Buch mit 2 Besitzervermerken („Ingeborg Lienzen“ und im Block unten auf ca. S. 80 unten „Hasso G. Stachow“). Buch eingeschoben in in selbstgefertigten stabilen Pappschuber.
- Ausweis eines russischen Soldaten (einer Soldatin?). Beiliegend 2 Passfotos, Teil eines Briefumschlages, 2 Zettel.
- handschr. Wörterbuch englisch-deutsch (kl.8°, ca. 80 Seiten, zu 2/3 beschrieben).
- 4 s-w-Abzüge à ca. 6x9cm. 1x 2 Soldaten (verso handschr. „Mit Willi Göbel gen. „Gaiwi“, aus Emmerichenhain“), 1x 4 Soldaten beim Schach (verso „Ostermontag 1944, ein Bunkerlager an der Düna“), 1x getarnter Ein-Mann(?)-Unterstand, 1x Soldaten beim Kochen mit Pfanne.
- Handschr. Tagebuch 1943 und 1944, ca. 1/3 beschrieben. Es wurde ein Tagebuch des Jahres 1940 umfunktioniert, Stachow hat die Tage 1943 handschr. umdatiert. Kursorisch sind die Einsatzorte und Einsätze notiert. Beiliegend 4 Zettel mit handschr. Notizen um 1980: Hier hat Stachow markante im Tagebuch festgehaltene Ereignisse zusammengefasst und wohl weitere Erinnerungen angefügt. Da im Tagebuch Ereignisse von 1943 und 1944 parallel erwähnt sind, nennen die Zettel Episoden beider Jahre, im Zeitraum vom 2.5.1943 zum 4.4.1944. Dies Tagebuch scheint (neben den Erinnerungen) die erhaltene Hauptquelle des Mannes für seine spätere Beschäftigung mit dem eigenen Erleben gewesen zu sein.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS