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Jahr: um 1946
Bemerkung:
ArtikelNr. 08858
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Brief von Frau von Hassell an Frau von Gaudecker, Ebenhausen 4.8.1946. 4°, 3 einseitig mit Schreibmaschine beschriebene Blatt (Durchschläge), falzig, fleckig, sonst gut. Das Dokument entstammt dem Nachlass eines westfälischen Adeligen und ist ein interessantes Zeugnis der in deutschen Adelskreisen in den Wirren der Nachkriegszeit weit verbreiteten privaten Nachrichten-Zirkulation.

Ilse von Hassell (geb. von Tirpitz), die Gattin des 1944 hingerichteten Ulrich von Hassell, schreibt: „Nach Berichten von Augenzeugen muß mein Mann beim Volksgericht durch die Ruhe seiner Haltung und die überlegene Klarheit seiner Rede einen großen Eindruck gemacht haben. ..... Eine unendliche Dankbarkeit erfüllt mich für mein wunderschönes Leben an der Seite dieses Ritters ohne Furcht und Tadel. Meine jüngste Tochter hat die Gestapo auf ihrem Besitz in Norditalien am Tage der Veröffentlichung verhaftet ..... dann wurde sie zu den anderen „Sippenhäftlingen“ zuerst nach Schlesien und nachher in ein total verseuchtes Lager bis nach Danzig gebracht. Dort lagen in einem Raum: Fey und eine Stauffenberg totrank an Typhus, Frau Goerdeler und Tochter an schwerer Ruhr, Frau von Hofacker und Tochter ... mit schwerem Scharlach. ... Kaum fieberfrei Abtransport im Güterwagen bei 15° Kälte nach Buchenwald .....“. Im Folgenden berichtet sie auch von der Suche nach Ihren Enkelkindern.

 


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