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Jahr: 1938ff
Bemerkung:
ArtikelNr. 08836
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E-Mail

 
Arno Wothe, Gebirgsjäger-Rgt.100: Feldpost, Dokumente, Fotos, Malerei

Konvolut zum Soldaten Arno W., aus dem Nachlass des Bruders. Der 1921 geborene Arnold hatte sich um 1939 zum aktiven Dienst gemeldet und diente im Gebirgsjäger-Regiment 100 in Bad Reichenhall (im Februar 1940 bekleidete er den Dienstrang eines Fahnenjunkers). Er war offenbar in Polen und wohl auch in Norwegen und Frankreich eingesetzt. 1940-1941 lernte er in der Kriegsschule Potsdam und wurde Offizier. Anschließend (wohl ab Juni 1941) kämpfte er an der Ostfront. Im April 1942 wurde er verwundet und kam für einige Zeit nach Deutschland ins Lazarett. Am 22.6.1942 entließ man ihn aus dem Lazarett, er hatte Granatsplitter im Rücken gehabt. Bis März 1943 nahm er dann an einem Unterführerlehrgang in Admont und danach an einem Gasschutzlehrgang in Bromberg teil. Wohl im April 1943 kam er als Leutnant an die Ostfront. Im September 1943 wurde er erneut schwer verwundet, verlor ein Bein und verbrachte den Rest des Krieges in Lazaretten in Oberbayern.

- 3 Pappdosen mit ca. 80 eingerollten Negativen. Gelbe Dose, betitelt „Stubai 39“, enthalten sind 62 Negative à 3x4cm (16 und 16 und 16 und 14 Negative in 4 Rollen). Blaue Dose, betitelt „Arno als Skiartist“ und „Ostern 39 Wendelstein Tirol, Mutter in Krontal“, enthalten sind 16 Perutz-Negative à 3x4cm (9 und 3 und eins und eins). Graue Dose, mit Aufkleber eines Photogeschäfts aus Garmisch aber ohne Betitelung, enthalten sind 26 Negative à 3x4cm und 8 Negative à ca. 2.5x2.5cm (10 und 5 und 11 und 8). Gezeigt sind Soldaten bei Skitouren, auch einige Szenen wohl aus Polen.
- 5 s-w-Abzüge differenter Formate. Gezeigt Arno im August 1943 in Rußland, eine Ordensverleihung an Arno (oder dessen Bruder?), Portrait Arnos 25.5.1940, Portrait Arnos Weihnachten 1942, Arno bei Skisprung 1939 (Abzug eines der Negative).
- Bleistift-Portraitskizze (wohl der verletzt Arno, vom Vater angefertigt).
- Soldbuch, Zweitschrift, ausgestellt am 6.5.1942 in München. Die Erstschrift „ging beim Einsatz Rußland verloren“ (steht vorne, signiert vom Oberleutnant und Kompanieführer). Auf S. 2 verweist ein Stempel auf die 1. Genesenden-Kompanie des 1. Gebirgsjäger-Ersatz-Regiments 137. Arnos Erkennungsmarke dagegen trug die Beschriftung „5./G.I.R.100“ (5. Kompanie, Gebirgsjäger-Ersatz-Regiment 100, No 294“ (wie ebenso vermerkt ist). Ca. 12 der 24 Seiten sind mit Eintragungen versehen, hinten eingeschoben eine Bescheinigung bzgl. eines Lehrgangs.
- 22x Feldpost Febr-April 1941 (mit Umschlägen).
- 29 FP-Schreiben Juli bis Dezember 1940 (Postkarten und Briefe meist in Umschlägen).
- 11 FP-Schreiben vom November 1944 (dito).
- 22 Schreiben 1945-1947.
- Vom Vater angefertigte Abschriften von Teilen von 3 Briefen, die A. am 21., 23. und 29.9.1943 schrieb. 21.9.: „Vor 10 Tagen ... wurde mir im Nahkampf mit Russen (mein Bursche und ich gegen 15 Russen) nachdem wir den Stoßtrupp schon abgewehrt hatten, durch eine Sprengbüchse der li. Unterschenkel ganz abgeschlagen. Mein Bursche auch schwer verwundet, konnte nicht helfen, sodaß ich mir das Bein mit einer Binde selbst abband und zum nächsten Bunker kroch. Auch das andere Bein war schwer verletzt, Arterie durch, sodaß ich sehr schnell sehr viel Blut verlor. Nach einer Stunde war ich dann endlich zum Tr.-Verb.-Platz gebracht, wo mir der Kdeur das E.K.I verlieh....“ 23.9.: „... Daß ich nicht verblutet bin, daran bin nur ich schuld, denn ich habe mir den Haxen selbst abgebunden u. bin dann zu meinen Leuten durch den Graben gekrochen, nachdem wir zuvor zu 3. zwei starke russische Stoßtrupps vernichtet hatten. ...“
- FP-Brief vom 25.9.1943, Absender ist der Bruder des A., er berichtet der Mutter von seinen Vermutungen zu A’s Verwundung: „So wie ich die Sache sehe, ist Arnold der linke Unterschenkel amputiert worden.“
- Schreiben vom Offizierskasino Bad Reichenhall, 2.3.1940.
- 3 Zeitungsartikel über A., 1960-1961. Daraus geht hervor, dass er 1946-1951 an der Münchner Akademie Malerei studierte und danach 8 Jahre lang als Kunsterzieher tätig war. Ab 1960 dann „arbeitete er ausschließlich als freier Künstler“. Um 1960 schuf er mit einem Kollegen (heute nicht mehr existente) Fresken am Gebäude des Bürgerbräu in Bad Reichenhall.
- Gemälde um 1960.










 


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