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Jahr: 1942-1946
Bemerkung:
ArtikelNr. 08802
Besucher 82

 

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Fliegerschäden, Betreuungskarte, Treuhändervertrag. Dokumente 1942-1946 eines Bombenschaden-Treuhänders der Stadt München

Konvolut von Unterlagen aus dem Nachlass des 1885 geborenen Münchner Architekten Arnold W., der 1942-45 von der Stadt München als Treuhänder bzgl. Bombenschäden berufen worden war (und nach eigenen Angaben deshalb 65-75 Stunden wöchentlich arbeitete). Hier geht es um Unterlagen, die in einem „Fliegerschäden, Betreuungskarte, Treuhändervertrag“ betitelten Akt archiviert sind.

- Kopie des Treuhändervertrages zwischen der Stadt München und dem Architekten W., dat. 24.4.1942 und 20.9.1942. Dazu handschr. Datiert „bis 29.V.1945“. W. ist zuständig „als Treuhänder für die Durchführung der …. Sofortmaßnahmen an der durch den Luftangriff vom 20.9.1942 entstandenen Schaden“ im Bereich Müllerstraße 1 bis 55 und 4 bis 58. (5 Seiten, handsigniert von einem städtischen Baudirektor und einem städtischen Baurat); dazu 10 Blatt Anlagen. In den Blättern wird genau die Vorgehensweise nach den beiden Angriffen skizziert – in krasser Verkennung der Tatsache, dass schnell zahllose weitere Angriffe folgen würden. Rätselhaft bleibt, weshalb der Vertrag handschr. Auf den 24.4., maschschr. aber auf den 20.9.1942 datiert ist.
- Doppelblatt „Treuhänderliste“, dat. 18.8.1944, mit Stempel „Abschnittsbaubüro Mitte für Sofortmaßnahmen, Stadtbauamt Blumenstraße 28b“. Aufgeführt sind 24 Treuhänder (fast immer Architekten), zuständig für die Stadtbezirke 1 bis 4.
- Widerruf der Bestellung als Treuhänder, dat. 29.5.1945 (ein Blatt, signiert vom Oberbaurat). „Die Ermächtigung …. Für die Vergebung von Aufträgen für die Durchführung von Sofortmaßnahmen erlischt mit Empfang dieses Schreibens.“
- Durchschlag eines Schreibens an das Stadtbauamt, dat. 28.12.1945. Der Architekt erbittet die Zahlung der in den Monaten April bis Juni 1945 geleisteten Arbeitsstunden. Ca. 25 Jahre später, am 22.1.1971 vermerkt er: „Nicht erhalten“.
- Schreiben der Stadt München bzgl. Bezahlung von Sofortmaßnahmen , dat. 28.6.1945.
- 2 Schreiben der Stadt bzgl. Honorarforderungen des Treuhänders, Anfang 1946. Am 25.1.1946 heißt es, „daß … noch offene Honorarforderungen unter die verhängte Zahlungssperre fallen“.

Der Architekt wurde selbst mehrmals ausgebombt, wovon die folgenden Dokumente berichten
- 2 Packen angesengte Quittungen und Rechnungen medizinischer Einrichtungen, 1941-1943.
- Postkarte des Kriegsschädenamt München, Amt II, Klenzeschule, Neubau, nach Mai 1944 (Poststempel fehlt): Antrag auf Ersatz von Fliegerschäden ist eingegangen.
- Betreuungskarte für obdachlose Fliegergeschädigte, 4.5.1944. Obdachlos infolge Fliegerangriff vom 25.4., ausgestellt in der Sammelstelle Amalienburg. Der Mann wohnte in der Ludwigstr. 26. 8°, aufklappbares kartoniertes Blatt.
- Antrag auf Ersatzleistung für Sachschäden gemäß der Kriegsschädenverordnung, dat. 24.10.1944. (wohl Doppel, ein Blatt). Der Schaden geschah am 24./25.4.1944, „verbannt die gesamte Wohnung u. Architekturbüro“. Dabei als Anlagen ca. 20 maschschr. Blätter mit Auflistung der zerstörten Gegenstände (Liste abgeschlossen am 5.4.1945, 12 Blätter Gesamtaufstellung, Vom Blechschild zur Rolle Cellophanpapier, Tinte etc.pp., faszinierend genaue Aufstellung, dazu 5 Blätter Buchliste); dazu 6 Blatt Liste vom 10.4.1945 bzgl. am 13.7.1944 erfolgter erneuter Ausbombung in der Hiltensbergerstr. 51, der Architekt wurde innerhalb von 3 Monaten 2x ausgebombt! ).
- Aufstellung vom 23.6.1953 bzgl. der erlittenen Schäden (12 Blatt).
- 3 Schreiben von 1954 bzgl. Kriegsbeschädigtenrente,

 


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