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Jahr: um 1980
Bemerkung:
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Manuskript. Lebenserinnerungen des Metzgers Fritz Boden, Geringswalde, Erding bei München

Jahrgang 1913. Lebenserinnerungen und Werdegang eines Dorfbuben, ein Großvater erzählt heitere und ernste Geschichten aus seinem Leben. Geschrieben in der Sprache eines einfachen Mannes ohne literarische Vorbildung. …. Aus der Feder von … Fritz Boden.

4°, ca. 200 lose Blatt, mit Schreibmaschine beschrieben. Da sich im Text etliche von zittriger Hand geschriebene handschriftliche Korrekturen finden, liegt der Schluss nahe, dass es sich hier um das einzige Exemplar des Textes handelt..

Der Autor wird um 1914 geboren, er stammt aus Hilmsdorf, einem Dorf, welches zu Geringswalde gehörte. Er berichtet davon, als Zehnjähriger an der Wegkreuzung „nach Hartha und dem kleinen Dorf Wallwitz“ gewartet zu haben. Das Zuhause war 3km von jener Kreuzung entfernt. Nahe der Kreuzung befand sich „eine Mordstelle“ mit Gedenkstein. „Ein junges Mädel wurde dort erschlagen und abgetrennte Glieder von ihr auf die Bäume aufgehängt, der Mörder wurde nie gefunden.“ (S.9).
1928 beginnt seine Lehrzeit im elterlichen Fleischerbetrieb. Ca. die Hälfte des Textes behandelt Erlebnisse während Kindheit, Jugend und Lehrzeit des Boden, meist spielen die Ereignisse in Hilmsdorf und Umgebung aber auch in der Oberlausitz in Friedersdorf an der Pulsnitz (dem Wohnort der Großeltern, die dort einen Bauernhof besaßen).
Nach Abschluss der Lehre zieht er 1931 „in die Welt“ und arbeitet in Wunstorf bei Hannover, 1932 in Leipzig Lindenau. Im Sommer 1934 meldet er sich freiwillig zum RAD ins Lager Schwaig im Erdinger Moos. ¼ des Textes spielt denn in bzw bei Erding. 1935 kommt er in eine Wurstfabrik in Erding. In Schollbach, „ein[em] Einzelgehöft, einen Kilometer vom Stadtrand entfernt, war eine Ausfluggaststätte“, und dort lernt er seine spätere Ehefrau kennen, „es war bei jedem von uns Liebe auf den ersten Blick“. 1938 macht er sich selbständig und gründet mit seiner Frau eine Metzgerei in Erding. Im Kriege dient er in verschiedenen Einheiten, meist in der Etappe. 1946 endet der Bericht, die letzte Seite bringt noch knapp die Ereignisse bis 1951.

 


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