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chalkis1944.jpg

Jahr: 1944-1945
Bemerkung:
ArtikelNr. 08438
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Siegmund Hawlata, gefallen 11.10.1944 südl. Chalkis (Griechenland): Dokumente und Fotos 1944-1945

Kleines Konvolut von Photos und Dokumenten zum Soldaten Siegmund Hawlata, aus einem Nachlass.

Photos 1944: 3 s-w-Abzüge differenter Formate, berieben und fleckig, sonst gut. Es handelt sich jeweils um eine Portraitaufnahme. Dazu 3 Bilder, die H. in zivil zeigen.

Sterbebild: Der am 4.6.1920 in Augsburg geborene H. fiel am 11.10.1944 als „Gefreiter in einer Sturmboot-Kompanie“ in Challeis (Griechenland). Beidseitig bedruckt, 7x10cm, etwas berieben, minime Läsur, sonst gut.

5 Dokumente: Teils gelocht, lichtrandig, Läsuren, Falzen, sonst gut.

1: Handschriftlicher Brief des Siegmund an seine im KLV-Lager Pfronten weilende Schwester , dat. 30.7.1944 (mit Feldpost-Umschlag, FP-Nr. 35560): „... Weißt Du, ich fahre die nächste Woche weit von der Heimat zu unserem großen Einsatz....“.

2: Maschinenschriftlicher Brief des Oberleutnant Dittrich, dat. 21.10.1944. D. übermittelt die Nachricht vom Tode Siegmunds am 11.10.1944: „Ihr Sohn war am fraglichen Tage mit einem Zug meiner Sturmbootkompanie eingesetzt, um im Zuge unserer planmäßigen Absetzbewegungen im Südosten einen Stützpunkt südlich Chalkis zu räumen. Auf der Fahrt dorthin wurde der Verband ... von 12 Jagdbombern angegriffen. ... Nach Aussagen von drei Überlebenden der Bootsbesatzung ist Ihr Sohn als M.G.-Schütze durch Bordwaffenbeschuss so schwer verwundet worden, daß er ... sofort verstorben ist. ...“ Unten 3 Stempeln: „Luftpark I / VII Gablingen“, durch Stempel zu 2/3 verdeckten 2. Stempel „F.... schr.“ [Funkabschrift?], darunter „Techn. Ob.-Insp. (Fl)“ sowie eine Signatur. Offenbar war die Nachricht via Funk durchgegeben und in Gablingen von einem Schreiber zu Papier gebracht worden.

3: Bestätigung (dat. 15.1.1945) vom Standesamt Augsburg bzgl. des von Oberleutnant Dittrich gemeldeten Todes des Gefreiten Siegmund Hawlata am 11.10.1944 (ein Blatt, quer kl.8°, Stempel, einseitig beschrieben).

4. Maschinenschriftlicher Brief eines Karl Ziegler an die Resi (dat. 14.1.1945) bzgl. des Todes des Siegmund (4°, ein Blatt, beidseitig beschrieben aber nicht handsigniert). Karl schreibt: „Liebe Resi, es bleibt mir nichts anderes übrig, ich muß dir doch schreiben. ... Sei mir nicht böse, daß ich erst jetzt schreibe, wir waren vier Monate ohne Postverbindung.... Am 11. Oktober 1944, vormittags, liefen von unserer Kompanie 2 St. Boote mit einem langsamen L-Boot-Geleit aus dem Hafen von Chalkis (Griechenland) aus und wurden 1 Stunde später von 12 Jagdbombern angegriffen, wobei ein Boot unterging und das zweite auf Strand gesetzt werden musste wegen Manovrierunfähigkeit und die Besatzung schwer verwundet bzw. tot war. Nur ein paar Mann kamen mit dem Leben davon. Nachmittags kam der Befehl „2 Boote auslaufen zur Hilfeleistung“, der dann von mir und Sigmund ausgeführt wurde. Es war ½ 2 Uhr. Als wir eine gute Stunde mitten im Fahrwasser uns befanden, kamen punkt 3 Uhr wieder 8 Jagdbomber und griffen uns an. .....“

5. Am 29.3.1946 von der „Deutschen Dienststelle“ in Berlin an Familie Hawlata in Augsburg verschickte Postkarte mit Nachricht, daß „Ihr Angehöriger … am 11.10.1944 gefallen“ [ist]. Todesort: „südl. Chalkis, Nord-Euboa / Griechenland- Grablage: Auf See …“.

 


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