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Jahr: 1925-1944
Bemerkung:
ArtikelNr. 07903
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16 Negative zu Hitler (um 1925 –1944) aus Bildarchiv H. Hoffmann

Konvolut von 13 S-w-Negativen und 3 S-w-Dias. Die Stücke gehörten einst zum Bestand des Bildarchivs des Heinrich Hoffmann Verlages.

- 2 s-w-Dias à ca. 7x10cm, handschr. betitelt „M.C.1513“ und „M.C.1443“: Ansichtskarte um 1926 „Adolf Hitler, Führer d. N.S.D.A.P.“ / Portrait um 1926.
- Glasdia ca. 8x11cm, Hitler mit Bismarkzeichnung. Das Photo (abgedruckt in Herz S. 100), wurde von der NS-Publizistik nicht veröffentlicht.
- 3 Glasnegative ca. 9x12cm, in Pergaminhülle bzw. Papierumschlag mit Aufschrift „Hwikk“ (Hitler wie ihn keiner kennt) und Seitenzahl. Es handelt sich um Bilder, die in dem von Hoffmann 1932 herausgegebenen Buch abgedruckt wurden, hier wohl die Druckvorlagen. Gezeigt Hitlers Mutter, Hitler als Soldat, Repro „früheste bekannte Aufnahme“.
- 3 Repro-Glasnegative à ca. 9x12cm. Kopiert wurden Postkarten oder Kunstdrucke, gezeigt je Führerportraits. Einmal steht handschr. auf Pergaminhülle: „Bitte in die Postkartenplattenkartei [?] Pkt. 558 .. [unles.] Abzug“ (Postkartenplattentasche?).
- 4 Glasnegative à ca. 9x12cm, in Pergaminhüllen, gezeigt sind je sauber inszenierte Portraits Hitlers um 1938.
- Glasnegativ à ca. 9x12cm, in Papierumschlag mit Nr. „61900-301“. Das Bild lässt sich anhand der Nummer auf den Juli 1944 datieren (und ist wohl unbekannt): Gezeigt ist der angeschlagene Hitler.
- Glasnegativ à ca. 9x12cm, in Papierumschlag mit Nr. „835“. Das Bild lässt sich anhand der Nummer wohl auf 1933 datieren und zeigt Hitler mit Zylinder und Frack (aufgenommen wohl im Reichspräsidentenpalais, abgedruckt bei Herz S. 205).
- Glasnegativ à ca. 9x12cm, in Papierumschlag mit Nr. „5662“ und „M 5325a1“ (die Nummer auch auf dem Negativ). Auf dem Umschlag steht noch: „Hitler, in Reichskanzlei am Schreibtisch sitzend“.




Die Größe des Bildarchivs Heinrich Hoffmanns ist unbekannt, die in der Literatur bisweilen genannte Zahl von 2,5 Millionen Bildern nicht durch Quellen gesichert. Das Archiv enthielt Photos, die von 1908 bis 1945 von Hoffmann und seinen Angestellten aufgenommen wurden. Ob man von jedem Negativ Duplikate angefertigte (und wenn ja wie viele), ist ebenso unbekannt wie die Anzahl der gesammelten Positive oder die genaue Menge einzelner photographierter Szenen.

1945 verlagerte man bedeutende Teile des Archivs von Berlin nach Winhöring in Bayern. Nach Kriegsende gelangte der Bestand nach Nürnberg, wo ihn Hoffmann mit Hilfe seines Sohnes Heinrich Junior als Beweismaterial für den Nürnberger Prozess neu organisieren musste. Im Zuge dieser Arbeiten schmuggelten die beiden zahlreiche Photos (ob Negative oder Positive ist unklar) aus dem Gerichtsgebäude. In den 1950ern betrieben die Hoffmanns denn gar ein historisches Bildarchiv in München.
Auch das weitere Schicksal des Archivs ist abenteuerlich und bis heute nicht restlos geklärt. Um das Jahr 2000 lagerte der größte Teil in den National Archives in Washington, bedeutende Mengen fanden sich bei Time-Life in New York und in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München (80.000 Photos). Dass sich dazu viele Bilder des Bestandes in Privatbesitz befinden ist bekannt, wie sie dorthin gelangten jedoch nicht.

Vorliegende Negative fanden sich mit ca. 100 weiteren in einer hinter Büchern versteckten Kiste in einem Nachlass. Ca. die Hälfte der Negative stecken in Papierumschlägen, wie sie im Hoffmann-Archiv verwendet wurden (Bilder bei Herz, Hoffmann S. 65). Die meisten Umschläge sind mit Beschriftungen versehen, wobei verschiedene Handschriften und Stifte zu unterscheiden sind. Diese Beschriftungen können im Bildarchiv bis 1945, von Hoffmann oder seinem Sohn in Nürnberg 1946 oder von Journalisten nach 1946 angebracht worden sein. In der Kiste des Nachlasses lagen auch einige Bilder mit Stempel des österreichischen Journalisten Günter Peis („Arbeitsgemeinschaft Bild, Buch, Graphik Günter Peis, Nürnberg“), welcher 1946 vom Nürnberger Prozess berichtet hatte. So scheint es wahrscheinlich, dass die Sammlung von Peis oder einem seiner Kollegen während des Prozesses aus dem Hoffmann-Gesamtbestand abgezweigt worden war und später in Vergessenheit geriet. Viele der Bilder sind bekannt und in Büchern oder im Internet wiedergegeben, diese Negative dienten also lediglich der Reproduktion. Andere Photos jedoch sind möglicherweise bislang unbekannt (und ab 2027 urheberrechtsfrei).


Quellen: Herz, Rudolf (Hrsg.): Hoffmann und Hitler, Fotografie als Medium des Führer-Mythos (Münchener Stadtmuseum,, München, 1994) / Lang, Heinrich von (Hrsg.): Picker und Hoffmann: Hitlers Tischgespräche im Bild (Herbig Vlg., München 1980).

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS