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Jahr: um 1930
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ArtikelNr. 07852
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LKWs mit SA und Swastika-Flaggen, Das braune Heer. Glasnegativ um 1930 aus Bildarchiv H. Hoffmann

Teil eines Glasnegativs (ca. 10x10cm), in „Zeiss Ikon“-Negativ-Papierumschlag. Das Negativ gehörte einst wohl zum Bestand des Bildarchivs des Heinrich Hoffmann Verlages. Auf dem Umschlag steht recto, mit Schreibmaschine geschrieben: „Das braune Heer“.

Gezeigt sind SA-Angehörige in LKWs. Das Bild wurde im Buche „Das braune Heer. 100 Bilddokumente: Leben, Kampf Sieg der SA und SS“ von 1932 abgedruckt. Das Buch enthält Photos von Heinrich Hoffmann.

Die Größe des Bildarchivs Heinrich Hoffmanns ist unbekannt, die in der Literatur bisweilen genannte Zahl von 2,5 Millionen Bildern nicht durch Quellen gesichert. Das Archiv enthielt Photos, die von 1908 bis 1945 von Hoffmann und seinen Angestellten aufgenommen wurden. Ob man von jedem Negativ Duplikate angefertigte (und wenn ja wieviele), ist ebenso unbekannt wie die Anzahl der gesammelten Positive oder die genaue Menge einzelner photographierter Szenen.

1945 verlagerte man bedeutende Teile das Archivs von Berlin nach Winhöring in Bayern. Nach Kriegsende gelangte der Bestand nach Nürnberg, wo ihn Hoffmann mit Hilfe seines Sohnes Heinrich Junior als Beweismaterial für den Nürnberger Prozess neu organisieren musste. Im Zuge dieser Arbeiten schmuggelten die beiden zahlreiche Photos (ob Negative oder Positive ist unklar) aus dem Gerichtsgebäude. In den 1950ern betrieben die Hoffmanns denn gar ein historisches Bildarchiv in München.
Auch das weitere Schicksal des Archivs ist abenteuerlich und bis heute nicht restlos geklärt. Um das Jahr 2000 lagerte der größte Teil in den National Archives in Washington, bedeutende Mengen bei Time-Life in New York und in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München (80.000 Photos). Daß sich dazu viele Bilder des Bestandes in Privatbesitz befinden ist bekannt, wie sie dorthin gelangten jedoch nicht.

Vorliegendes Negativ fand sich mit ca. 100 weiteren in einer hinter Büchern versteckten Kiste im Nachlass eines Lehrers. In der Kiste lagen auch einige Bilder mit Stempel des österreichischen Journalisten Günter Peis („Arbeitsgemeinschaft Bild, Buch, Graphik Günter Peis, Nürnberg“), welcher 1946 vom Nürnberger Prozess berichtet hatte. So scheint es wahrscheinlich, dass die Sammlung von Peis oder einem seiner Kollegen während des Prozesses aus dem Hoffmann-Gesamtbestand abgezweigt worden war und später in Vergessenheit geriet. Etliche der Bilder sind bekannt und in Büchern oder im Internet wiedergegeben, diese Negative dienten also lediglich der Reproduktion. Andere Photos jedoch sind möglicherweise bislang unbekannt (und ab 2027 urheberrechtsfrei).


Quellen: Herz Hoffmann Hitler / Heydecker Hitler-Bild / Lang, Heinrich von (Hrsg.): Picker / Hoffmann: Hitlers Tischgespräche im Bild (Herbig Vlg., München 1980).

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS