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wappenhandschrift1650.jpg

Jahr: um 1600
Bemerkung:
ArtikelNr. 07782
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Wappenhandschrift um 1630: ca. 750 farbige Wappen, meist nach Ulrich Richental. Konzil von Konstanz. Dazu Deutscher Orden, Bischöfe von Augsburg

Wappenhandschrift, 4° (30x21cm), fester Kartoneinband der Zeit mit Stoffschließen und Teil eines beiliegenden Elfenbein-Verschluss(?)-Zapfens, 46 Blatt mit ca. 700-800 farbigen Wappenzeichnungen. Einband fleckig, Wurmlöcher, Rücken unten mit Läsur, Blätter fleckig und mit Wasserrand oben, Beschädigungen an 17 Blättern oben, kleine Randläsuren, Blätter vereinzelt zu knapp aneinandergebunden und so am inneren Rand nicht ganz lesbar, sonst gut. Der Band erlitt einst einen Wasserschaden, wobei die Seiten unterschiedlich stark betroffen wurden. Mit starkem Wasserrand und Beschädigungen oben: Blätter 1-8 und 20-26 und 43-46, mit schwachem Wasserrand Blätter 9-19 und 31-42. Blätter 27-30 sind erstaunlicherweise ohne Wasserrand.

In dem Band wurden wohl 3 differente Handschriften oder Teile derselben eingebunden. Man kann 3 unterschiedliche Stränge ausmachen. Die Stränge ordnete man nicht stringent hintereinander sondern wechselweise ins Buch.

Strang 2, mit ca. 65 von 80 Seiten der bedeutendste Teil der Quelle, basiert auf Ulrich von Richental (um 1360 bis 1437) und seiner Chronik des Konstanzer Konzils; aufgeführt sind Besucher des Konzils (genannt „Consilium zu Coßnitz“), Herrscher, Adelige, Prälaten. Aus Vorlage diente möglicherweise eine Dacher-Handschrift (es entstanden etliche zwischen ca. 1460 bis 1475) oder ein nach Dacher gefertigter Druck (es gab 3 zwischen 1483 und 1575) der Richental-Chronik.

Aufgeführt sind dazu in Strang 1 Großmeister des Deutschordens und in Strang 3 Bischöfe von Augsburg bis ca. 1598. Anhand von Strang 3 kann das Buch grob datiert werden: Das vorletzte betitelte Wappen zeigt den Text „Marquard vom Berg, Erwält 1575, Regiert 36“ [Jar], unter dem letzten steht „Otto von Gemmingen, 1595, regiert 7 Jhar“. Es folgt, ohne Beschriftung, das Wappen des Heinrich V von Knöringen: Das Wappen wurde also irgendwann während Heinrichs Regierungszeit, die von 1599 bis ca. 1646 andauerte, ins Buch gemalt. Die erste Seite des Strangs 1 bringt das Wappen des Johann Friedrich Hund von Saulheim als Fürst der Herrschaft Heitersheim, welcher von 1612 bis 1635 regierte. Also entstand Strang 1 nach 1612 und vor 1646.


Die 3 Stränge:

Strang 2: 2v-4v: Päpste / 5r-6v: Zählung von 1 bis 63, adelige Männer, teils Prälaten, teils Weltliche, allesamt deutsche Namen / 7r-12r: Bischöfe, Äbte, Bistümer / 12v-17v: Wappen-Ternionen, z.B. Heilige Drei Könige, „Die 3 besten Haiden“, „Die 3 besten Christen“ .... „Die 3 gehorsame König“, „Die 3 tobenden Unwesen“ (bis 13v) , Wappen-Quaternionen, z.B. „Des Reichs 4 Margrafen“, „Des Reichs 4 Burgrafen“, ..., „Das sindt des Reichs 4 Marschalk“, „Das sindt des Reichs 4 edle Geschlechter“, „Das sindt des Reichs 4 Truchsessen“, „Das sind die 4 Furt“, „Das sindt die fir Herren“, „Das sindt des Reichs 4 Dörffer“ / 18r: Wappen Friedrich III im Wappenkranz / 18v: Geistliche Kurfürsten und Böhmen / 19r-19v: „ettliche Appt“ / 20r– 22r: Kardinäle, Bischöfe, Patriarchen (Teilnehmer des „Consilio zu Koßnitz“ 1416) / 22r-25v: Bischöfe und Erzbischöfe / 31r: Adlige / 31v-32r: „Folgen ettliche ... [unles.] und Grafen so zu Cosnitz im Consilio ware“ / 32r-32v: „Die statt Bothschaft im .. Consilium zu Consnitz“ / 33r-35v: Adelige (auch aus „engellandt“ und „portugall“, auf 35v evtl. der Priesterkönig Johannes / 36r-40v: Könige, Kaiser, Herzöge, u.a. Gog und Magog (3 Wunden), Amazonen (Calistria mit Speer) / 41r-41v: „Ettliche Hohe Schule“ / 43r: Länderwappen (wie 18r und 18v), hier ua Pfalzgraf, Sachsen, Brandenburg / 43v (Adelige, auch „Heinrich vom Uhm, Bürgermeister zu Coßnitz 1413“ und 3 andere Bürgermeister der Stadt – und ganz links oben Gebhard Dacher).

Strang 1: 2r, 27r-30v: 19 Hochmeister des Deutschen Ordens mit Wappen (Heinrich von Waltpott, Otto von Karpen, Hermann Bart, Hermann von Balza, ....., Heinricus Düsener oder Demeser von Arstberg ist zum Hohemeister gekoren worden under dem Kayser Ludowico dem Bayer Anno 1345“ („Der 18 Hohemeister“), Hinricus von ... Rode (19. Hohemeister, erkoren 1351).

Strang 3: 1v bringt die Wappen einiger Äbte und Pröpste Augsburger Klöster und Stifte (Stift St. Moritz, St. Ulrich, St. Georg), dazu des Wappen des Johann Friedrich Hund von Saulheim als Fürst der Herrschaft Heitersheim (reg. 1612-1635) / 26r-26v: „Catalogus Episcoporum Augustensium“, oben datiert auf 1591, aufgeführt sind von ca. 600 bis 750 (n.Chr.) „erwählte“ Männer / 45r-45v: Grafen und Regierungsjahre (oft Dillingen), erwählt von 813 bis 1134, es handelt sich indes um Bischöfe von Augsburg / 46r: Adelige / 46v: Bischöfe von Augsburg, mit Regierungsjahren.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS