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quensell.jpg

Jahr: 1910-1920
Bemerkung:
ArtikelNr. 07138
Besucher 885

 

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Wilhelm Quensell, Essen. 200 Fotos. Marmorwarenfabrik, Villa, Familie, 1910-1920

Konvolut von 2 Photoalben mit ca. 100 s-w-Abzügen und ca. 110 lose s-w-Abzüge aus einem Nachlass. Die Alben wurden von Angehörigen der Familie Quensell um 1909 bis 1920 angelegt, die losen Photos entstammen dem Zeitraum von ca. 1910 bis 1935.

Das Konvolut ist für die Heimatgeschichte von Essen von Bedeutung, denn 20x ist ein damals bedeutender Betrieb in Szene gesetzt, nämlich: „Wilhelm Quensell, Baumaterialien, Plattengeschäft, Marmorwarenfabrik“ (wie es auf einem Schild heißt), situiert am damaligen Viehofer Tor. Auch die herrschaftliche Villa des Unternehmers in der Schinkelstraße ist oft gezeigt, ebenso wie (ca. 20x) andere Gebäude der Stadt. Die genannten Bilder wurden von ca. 1909 bis 1920 aufgenommen.

Die Bauwarenhandlung / Marmorwarenfabrik Wilhelm Quensell hatte wohl 2 Niederlassungen in Essen. Das Hauptlager bestand am Viehofer Tor („Thor“), das Büro in der Gertrudis-Strasse 18. Viele Bilder zeigen ein Lager im Zentrum der Stadt, in direkter Nachbarschaft gibt es Varietés (2x mit Fassade mit Aufschrift „Varieté Gertrudenhof“, 1x mit Fassade „Victoria-Theater“), und ein Hotel. Bei anderen Bildern wiederum sieht man Gleisanlagen mit Schornsteinen im Hintergrund.
Eine abgelichtete Tafel zählt Quensells Artikel auf: „Wasserkalk, Weisskalk, Cement, Gips, Thonrohre, Cementplatten, Asphalt, Isolirplatten, Schwemmsteine, Verblendsteine, Bordsteine, Trittstufen, Ofenrohrsteine, Spülsteine, Granitfensterbänke, Trichter, Dachpappe, gelöschter Weisskalk, Schlackensand, Mauer-Verputz und Rheinsand“. Dazu heißt es: Grosses Lager in Thon-, Mosaik- u. Porcellanplatten! Specialität Flur- und Wandbekleidung. Zweigniederlage a.d. Köln Mind. Güterbahnhof“. Auf einer anderen Tafel wird eine „eigene Marmorwerkstatt“ betont und auf die oben genannten beiden Niederlassungen verwiesen.

Bemerkenswert sind ausser den Firmenphotos folgende Bildstrecke:
Innenaufnahmen der Villa und des Mobiliars, Weihnachten in der Villa, Garten (2x mit Gebäude „Erfrischungsraum“), Gebäude in Essen (2x „Louisen-Apotheke“ eines Verwandten, 1x Gebäude mit Aufschrift „Fisch-Halle Peter Hausmann“).

Die privaten Bilder zeigen zumeist das Ehepaar Quensell und ihre Tochter Hilde, andere Kinder/Jugendliche und Haushaltsangehörige und Verwandte zumeist im Inneren oder im Garten der herrschaftlichen Villa des Ehepaares (Schinkelstraße 37, später 39-43), aber auch bei diversen Badeurlauben (Westerland 1912, Brunshaupten 1913 und 1919). Wohl hatten die Quensells eine zweite, wesentlich ältere Tochter. Hilde dürfte das über-alles-geliebte Nesthäckchen gewesen sein – so oft wie sie abgebildet ist.



Album 1: Gr.8°, Kordelbindung, 50 kartonstarke Blatt (pro Blatt können 4 querformastige oder 2 hochformatige Abzüge à ca. 9x14cm eingeschoben werden), 2 Deckel (kein Rücken), 55 eingeschobene s-w-Abzüge. 1/3 bis ½ der Blätter sind mit Bildern befüllt. Berieben, sonst gut.

Motive:
Quensell – Betrieb: 2
Inneneinrichtung, Zimmer: 9
Personen in Villa: 11
Garten, Menschen im Garten: 3
Villa, Fassade: 1
Architektur Essen: 3
Familie sonstwo: 9
Familie beim Badeurlaub: 17


Album 2: Quer gr.8°, Kordelbindung, Kartoneinband, ca. 50 kartonstarke Blatt, ca. 58 montierte s-w-Abzüge differenter Formate. Das Album ist ca. zur Hälfte gefüllt. Berieben, sonst gut.

Motive:
Quensell – Betrieb: 16 und 2 lose Drucke
Personen in Villa: 12
Garten, Menschen im Garten: 30
Villa, Fassaden: 1
Fassade mit Menschen: 7
Architektur städtisches Essen: 9 und ein loser Abzug.
Architektur ländliches Essen: 7

Lose s-w-Abzüge: ca. 110 s-w-Abzüge differenter Formate und ca. 40 Negative, zumeist Personenaufnahmen von ca. 1910 bis ca. 1935. Ca. 50 Szenen ähneln solchen aus den Alben, wurden in Haus oder Garten aufgenommen. Dazu eine Carte de Visite der Tochter Hilde Quensell und 3 gelaufene Ansichtskarten (1911, 1920, 1935).
Einige der Abzüge sind verso von Hand beschriftet, sie entstanden demnach 1914-1920 und nennen Emma und Wilhelm Quensell.



 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS