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Jahr: um 1920
Bemerkung:
ArtikelNr. 07111
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Handgeschriebenes Kochbuch. Backwaren, Konfirmation, Hannover um 1920

Kochbuch-Vordruck mit Prägung „Mein Kochbuch“ und Registereinteilung am Schnitt, ca. 150 Blatt, fleckig, Blätter vereinzelt mit Randläsuren, sonst gut. Beiliegend einige handschr. und gedruckte Zettel mit weiteren Rezepten. Eines der Zettelchen wurde aus einer in Hannover erscheinenden Zeitung gerissen.

Die Seiten des Bandes (Register: Suppen, Fische, Fleischspeisen, Braten, Saucen, Gemüse und Kartoffelspeisen, Salate, Mehl- und Eierspeisen, Gelees und Gefrorenes, Eingemachtes, Pasteten, Backwerk, Getränke) sind meist unbeschrieben, nur wenige Blatt tragen Rezepte (so „Zungenragout“ beim Fleisch, einige Saucen und Eierspeisen). Viele Rezepte finden sich indes im süßen Teil des Buches, so bei den Gelees, beim Eingemachten – und beim Backwerk. Die ca. 10 Backwerkblatt sind zur Gänze eng beschrieben und stark fleckig. Dort zeugen die Seiten von ausgiebiger Benutzung des Buches.

Am Ende sind 3 Blatt mit autobiographischen Notizen zum ersten Halbjahr 1920, politischen Ereignissen und diversen Festen beschrieben. So heißt es zum Konfirmationsfest: „Nachmittags zur Kaffeetafel 1 Pflaumenkuchen, 1 Stachelbeer und ein dicker Rosinenkuchen langte für alle 15 Personen. Beinah hätte ich noch die Torte vergessen, die Buttercremetorte, die fast ungenießbar war und sage und schreibe 50 M kostete. Für das Abendessen hatten wir einen schönen Heringssalat ...“

Auch die politischen Details sind spannend zu lesen: „... Ostern sah es um so trostloser aus. Die Frechheit der Spartakisten hatte seinen Höhepunkt erreicht, man wagte kaum aus der Haustür zu sehen, konnte auch jeden Augenblick auf Plünderung gefasst sein. An uns ging es noch gnädig vorbei. ...“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS