cassiodor

Home | Über uns | Impressum | Datenschutzerklaerung | AGB 
home > Militaria > 1939-1945 > Autographen

 

vonmajer.jpg

Jahr: 1983-1996
Bemerkung:
ArtikelNr. 06212
Besucher 3.334

 

E-Mail

 
Hans von Majer Fallschirmjäger, Ritterkreuz. Akt zum Soldaten, mit Autograph Gerhart Schirmer

Akt zu Hans von Majer (1913-1983) aus dem Nachlass eines passionierten Militärhistorikers, Bundeswehrangehörigen und Kriegsteilnehmers. Letzterer wollte erforschen, ob Majer das Ritterkreuz 1945 verliehen bekommen hatte oder nicht.

Enthalten sind Schreiben und Autographen der Fallschirmjäger-Offiziere Karl Knoblauch (1944 Kompaniechef im Fallschirmjägerregiment 16 Ost) und Gerhart Schirmer (1944 Kommandeur des Fj-Regiments 16, Ritterkreuzträger).

Majer war Stuka-Kampfflieger gewesen, bevor er 1943 zur Fallschirmtruppe kam. Er diente im Fallschirmjägerregiment 16 und im Fallschirmjäger-Panzer-Jagd-Bataillon 52 und 53. Im Februar/März 1945 wurden die Bataillone 52 und 53 zusammengefasst und in Fallschirmjägerregiment 27 (Ost) umbenannt. Hier war Majer zuerst Bataillonskommandeur und von 16.3. bis 2.5. mit kurzen Unterbrechungen Kommandeur des Regiments. Im Januar 1945 soll er, laut Todesanzeige und Angabe in diversen Büchern, das Ritterkreuz verliehen bekommen haben.


- Blatt aus „Der deutsche Fallschirmjäger“, Heft 6 (Nov.-Dez.) 1983. Auf dem Blatt sind Todesanzeigen von Fallschirmjägern abgedruckt (mit Farbmarkierungen des Historikers). 2 Anzeigen erschienen anlässlich des Todes des Majer.

- Schreiben des Karl Knoblauch, 8.2.1993 (maschinenschriftlich, handsigniert, 2 Seiten, 4°) vom 8.2.1993. Knoblauch schreibt: „Ungewöhnlich ist [an einem Photo, welches Majer mit Ritterkreuz zeigt und in diversen Publikationen abgedruckt ist], daß M. sämtliche links zu tragenden Orden und Abzeichen (EK I, Nahkampfspange, Sturmabzeichen) auf der rechten Brustseite trägt. Das Photo ist NICHT seitenverkehrt! Auffallend ist auch, daß M. im Herbst 1944 Leutnant (Führer der 2. Kp. / Fsch.Jäg.Rgt. 16-Ost) war. Ich wurde sein Nachfolger, als er am 26. Okt. 1944 mit einer Augenverletzung ausfiel. Wenige Monate später war er jedoch schon Hauptmann. Ich meine mich zu erinnern (ohne beweisen zu können), daß M. vor Herbst 1944 bereits Oblt. oder Hptm. gewesen war. Den Grund für diese ungewöhnliche Laufbahn kenne ich nicht.. ...“

- Der deutsche Fallschirmjäger, Heft 2/1995. Hier auf SS. 11-12 ein Text „Die letzten Monate der 9. Fallschirmjägerdivision“, in dem Majer genannt und auch ein Foto von ihm abgedruckt ist. Auf dem Bild trägt er das Ritterkreuz.

- Kopie eines Schreibens des Historikers vom 15.4.1996 an Oberst a.D. Gerhard Schirmer (4°, 2 Seiten). Der Historiker fragt an, ob die Ritterkreuzverleihung stattgefunden habe. Dies sei nicht klar, da in 2 einschlägigen Publikationen zu Ritterkreuzträgern (erschienen 1976 und 1986) widersprüchliche Angaben stünden. Die Ausgabe von 1986 negiere die Verleihung mit der Begründung, daß ein Nachweis fehle. Der Historiker fragt geradeaus: „Nach meiner Einschätzung müßten doch Sie von Majer zum Ritterkreuz eingereicht haben ... War von Majer nun Ritterkreuzträger oder war er ein Hochstabler?“ [sic].

- handschriftliches doppelseitiges Schreiben des Gerhard Schirmer vom 18.4.1996 (4°, 2 Seiten, dazu die masch.schr. Abschrift des Historikers). Der Offizier, ehedem Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 16 (Ost) schreibt: „General Matzky [Kommandeur des 26. AK] erschien zweimal auf meinem Gef.Stand (noch auf litauischem Gebiet), um EK I + II zu verleihen. Das 2. Mal etwa um den 20.9.44. Dabei übergab ich ihm 4 Anträge auf Verleihung der Ritterkreuze: ... Hptm. Von Majer (Chef 2. Kp.) ... Ich wurde später, im Januar 45, zuerst als Berater für LL-Abwehrfragen bei Gn.Marschall Model Heeresgruppe B ..., später als Ia der nördlich Berlin aufzustellenden Luftwaffen-Erdkampf-Division, ab März (Ende) an der Oder eingesetzt. Dort nahm ich Verbindung mit der 9. Division (Fj.) .. auf und habe dort erfahren, daß die 4 Ritterkreuze verliehen seien. Von Majer und Kuhlwilm habe ich dort mit RK gesehen! ... Von Majer war ein außerordentlich bewährter, von seinen Untergebenen geachteter Kp.Chef, zuletzt Btl.Kdr. in der 9. Fj.Div. Das Verleihungs-Datum 15.1.45 könnte stimmen, da General M. die Verleihung in Wangerin – Kopfschuß mit Verlust des Auges – dringlich machte ...“

- Schreiben des Historikers an Frau von Majer, geschickt am 2.5.1996 an Schloß Bodman in Ludwigshafen. Schirmer hatte mitgeteilt, daß Frau v.M. dort lebe, was jedoch ein Irrtum war, wie ein Vermerk des Grafen Bodman auf dem Schreiben verlautbart.

- Kopie eines Anschreibens des Historikers an die Ordengemeinschaft der Ritterkreuzträger, 28.4.1996. Der Historiker bezieht sich auf den Schirmer-Brief und fragt an, ob dieser als Nachweis nicht genüge.

- Schreiben vom Vorstand des Ordens der RK-Träger, Jürgen Heinze, an den Historiker, dat. 5.5.1996 (4°, 2 Seiten, handsigniert). Heinze teilt mir, daß Majer in den 50ern „Mitglied unserer Gemeinschaft“ gewesen war. Weiter heisst es: „v. Majer wußte, daß man ihn zum Ritterkreuz eingereicht hatte, aber ordnungsgemäß und rechtmäßig ist es ihm zu keinem Zeitpunkt verliehen worden. Mit seiner eigenen, ausdrücklichen, Zustimmung ist er als Ritterkreuzträger gestrichen worden. Man vereinbarte seinerzeit absolutes Stillschweigen ...Das existierende Foto ist eine eindeutige Retusche. .... Hinzu kommt, daß uns die Amerikaner 1988 die bei Kriegsende erbeuteten originalen Vorschlags- und Verleihungslisten des OK / PA 5 für das Ritterkreuz und seiner höheren Stufen zurückgaben. Danach mußten aus dem v.-Seemen-Buch 109 Namen gestrichen werden und 111 kamen hinzu. ... Hans v. Majer ist im Sept. 1983 verstorben. ... die Sache mit dem Ritterkreuz kann man bei ihm unter der Rubrik ‚Geltungstrieb’ einordnen. Er hat das dann auch selber erkannt und seine Konsequenzen gezogen. ...“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS