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Jahr: 1888
Bemerkung:
ArtikelNr. 06195
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E-Mail

 
4 PK 1888, Laechelin, Kiew / Fleischer Kom.-Buchhandlung, Leipzig. Lieferprobleme, Fahrsendung

4 Text-Postkarten à ca. 9x13cm, die der Buchhändler H. Laechelin aus Kiew an das Barsortiment (Kommissionsbuchhandlung) Carl Friedrich Fleischer in Leipzig verschickte, je mit eingedrucktem russischem Postwertzeichen und 3 Poststempeln. Je berieben, lichtverfärbt, etwas fleckig und falzig, sonst gut.

1: Abgeschickt am 18.3.1888 (westl. Kalender) in Kiew, angekommen am 21.3. in Leipzig. Der Buchhändler schreibt: “Von Herrn N. Kymmel – Riga erhielt ich ‘Altkathol. Volksblatt” 1893 No. 4-8. Ich bitte gfl. Notiz zu nehmen, dass dasselbe für mich bestimmt ist und bitte auch bestens, von diesem Blatte das 2. Quartal und folgende beim Leipziger Postamt für mich gefl. bestellen zu wollen.”

2: Abgeschickt am 24.8.1888 (westl. Kalender) in Kiew, angekommen am 28.8. in Leipzig. Der Buchhändler schreibt: “Bei der Fahrsendung vom 30 July fehlt das Baarpacket Parey-Berlin, Mark 50,40 (1 Geolog. Karte von Preussen Lfg. 32, 34, 35). Ist dasselbe (eine schwere Rolle) vielleicht dort liegen geblieben? Ich bitte um ggf. Nachsendung ... mit nächster Fahrsendung über Warschau.”

3: Abgeschickt am 4.9.1888 (westl. Kalender) in Kiew, angekommen am 7.9. in Leipzig. Der Buchhändler schreibt: “Das folgende Packer, am 29.7. “Zur Post” verlangt, scheint zum Fuhrballen gekommen zu sein: G. Weiss in Heidelberg, 1 Philosophische Monatshefte 1888, Heft 1-8, ca 9 Mark baar – denn Hefte 9-10 erhalte ich soeben zur Fortsetzung, während 1-8 noch ausstehen. ...”

4: Abgeschickt am 18.12.1888 (1889?) (westl. Kalender) in Kiew, angekommen am 21.12. in Leipzig. Laechelin moniert 2 Titel, die in der letzten Postsendung fehlten. Er nimmt an, “daß sie einfach confisziert worden sind” und notiert dazu: “Es wird dazu in Zukunft nicht möglich sein, zollpflichtige Gegenstände (Bilder, Landkarten, Musikalien und Einbanddecken [?]) noch ... [unles.] den Postsendungen beizufügen, ohne solche besonders zu deklarieren.” Außerdem zählt er einige Posten diverser Verlage auf (“Baarpakete”), die ohne Avis beigelegen hätten und wohl irrtümlich in seine Lieferung geraten seien.

Laechelin war Bevollmächtigter und vielleicht Teilhaber des Buchhändlers Kymmel aus Riga; von Kymmel sind bei www.cassiodor.com ebenso Postkarten erhalten.



Der Grosse Brockhaus (14. Auflage 1893-1897, Bd. 6, S. 887) schreibt zur Buchhandlung:

„Friedrich Fleischer, Kommissions-, Sortiments- und Verlagsbuchhandlung in Leipzig, im Besitz von Wolfgang Friedrich Fleischer, geb. 14. Sept. 1857, und Gottfried Otto Nauhardt, geb. 12. Okt. 1853. Der Ursprung der Geschäfte geht zurück bis 1681, wo Christoph Friedrich Fleischer, geb. in Thum, gest. 1709, die Hahnsche Buchdruckerei in Leipzig übernahm und damit eine Buchhandlung verband. Den Verlag der letztern verlegte sein Sohn Johann Friedrich Fleischer, (gest. 1765) 1710 nach Frankfurt a. M., Nachfolger desselben war sein Sohn Johann Georg Fleischer; dessen Sohn, Johann Benjamin Georg Fleischer, (gest. 1803), 1788 eine Sortiments- und Kommissionsbuchhandlung in Leipzig errichtete und nach dem Tode des Vaters auch den Verlag aus Frankfurt wieder hierher verlegte.
1819 übernahm das Geschäft (Firma nun «Friedr. Fleischer») der Sohn des vorigen, Friedrich Georg Fleischer, geb. 6. April 1794, gest. 22. Sept. 1863. Er erweiterte den Verlag besonders durch Ankauf anderer Verlagshandlungen und machte sich um den deutschen Buchhandel verdient durch erste Anregung zur Herausgabe des «Börsenblatts für den deutschen Buchhandel», durch Gründung der Buchhändler-Bestell- und Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig u. a.
Sein Sohn, Karl Friedrich Fleischer, geb. 7. Nov. 1827, gest. 3. Mai 1874, seit 1853 Teilhaber, übernahm 1856 die Sortiments- und Kommissionsbuchhandlung auf eigenen Namen, sowie nach des Vaters Tode auch den Verlag, für den aber die Firma «Friedr. Fleischer» beibehalten wurde. 1872 wurde das Sortiment verkauft, aber 1881 von den Erben wieder zurückgekauft. Diese nahmen 1880 G. O. Nauhardt, einen Zögling des Hauses, als Teilhaber auf, und 1882 trat Wolfgang Friedrich Fleischer, ein Sohn von Karl Friedrich Fleischer, in die Firma ein. Gepflegt wird besonders das Kommissionsgeschäft mit (1892) 341 Kommittenten.
Der Verlag enthält u. a. Ahlfelds «Predigten», Lechlers «Johann von Wiclif», Reins «Privatrecht und Civilproceß der Römer», Martins’ Werke über Brasilien, Schrebers «Ärztliche Zimmergymnastik» (24. Aufl., 141. bis 150. Tausend) u. a., H. von Sybels «Geschichte des ersten Kreuzzugs», Waitz' «Anthropologie der Naturvölker»“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS