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Jahr: um 1925
Bemerkung:
ArtikelNr. 05939
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Leo Putz, Malutensilien um 1925. Zeichenkohle und Farbtube in 2 Zigarrenschachteln

2 Zigarrenschachteln aus dem Nachlass des Malers Leo Putz (1869-1940). 8x12x8cm und 16x16x9cm. Einmal Marke „Thoas“ (Schachtel wohl um 1925), einmal „Perla de Cuba“ (Schachtel wohl um 1900). Schachteln je aus dünnem Holz gearbeitet und beklebt.
Thoas mit 14 eingelegten Kohlestiften aus Zeichenkohle (Länge zumeist ca. 14cm), dazu ein rechtwinkliger Kohlehalter aus Metall (11x8cm) und eine Tube „Fiedler Ölfarbe“ Feuerrot (Münchener Künstlerfarben-Fabrik Dr. Karl Fiedler, München).

Putz lebte von 1923 bis 1929 und 1933 bis 1936 in Gauting. Die Kohlestifte und die Farbe stammen nach Auskunft des Enkels und der Schwiegertochter spätestens aus den 1920ern, der metallene Kohlehalter scheint älter.

Das Konvolut wurde im Mai 2012 im Zuge eines im Areal der Putz-Villa zu Gauting abgehaltenen privaten Flohmarktes erstanden. Verkäufer war Leo Putz, der Enkel des Malers. Die in der Süddeutschen Zeitung abgedruckte Kleinanzeige, welche den Flohmarkt ankündigt, liegt bei.

Spielzeug, welches Putz für seinen Sohn um 1917 anfertigte, ist hier zu sehen.


Wikipedia schreibt zu Putz (Stand 5/2012):

„Leo Putz studierte ab 1889 an der Münchener Akademie der Bildenden Künste und an der Académie Julian in Paris. Sein erstes Atelier bezog Leo Putz 1897 in München. Im gleichen Jahr trat er als Ordentliches Mitglied der Secession in München bei. 1899 wirkte er als Mitbegründer der Künstlervereinigung Die Scholle, zu der unter anderem Walter Georgi, Fritz, Erich Erler sowie Adolf Münzer zählten. „Die Scholle“ verfolgte den Grundsatz des Individualismus mit der Forderung an ihre Mitglieder, „dass jeder seine eigene Scholle bebaue, die freilich auf keiner Landkarte zu finden sei“. Leo Putz arbeitete auch intensiv an dem Wochenblatt Jugend mit, das viele Werke von Leo Putz als Gemäldereproduktionen oder als Titelblatt veröffentlichte.
Die Staatsgalerie Dresden und die Neue Königliche Pinakothek München erwarben ab 1903 mehrere seiner Arbeiten. Ab 1905 wurden Leo Putz für seine Werke mehrere Medaillen verliehen. 1909 erwarb Putz die bayerische Staatsangehörigkeit – Voraussetzung für den ihm im gleichen Jahr verliehenen Professortitel. Zwischen 1909 und 1914 verbrachte Leo Putz die Sommermonate bei Schloss Hartmannsberg im bayerischen Chiemgau im Sinne der Plein-air-Malerei. Daher zählt er auch zu den Chiemseemalern. Mit Leo Putz arbeiteten auch der deutsche Künstler Hans Roth und der Amerikaner Edward Cucuel, die beide Schüler von Leo Putz waren. Es entstanden die bekannten Werke der „Hartmannsberger Zeit“ wie die „Kahnbilder“ oder Aktstudien badender Mädchen („Die Badenden“). Schwerpunkt des frühen Werks von Leo Putz war das Bild der schönen Frau, das er sehr variationsreich behandelte. 1913 heiratete er die Landschaftsmalerin Frieda Blell. 1923 zog Leo Putz nach Gauting.
Leo Putz brach im Januar 1929 mit seiner Familie nach Südamerika auf. Bis 1933 arbeitete Putz in Brasilien und Argentinien. Auf Bitte von Lucio Costa nahm er 1931 eine Professur an der Academia de Belas Artes in Rio de Janeiro an. Dort hielt er Vorträge über Bildkomposition und war Lehrer des später bekannten Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx. Während seines Aufenthalts dokumentierte Leo Putz die vielfältigen Eindrücke auf Leinwand. Das in diesen Jahren geschaffene Werk ist durch eine hellere und tropischere Farbskala gekennzeichnet und bildet einen zweiten Höhepunkt seines Schaffens. Schwerpunkt des südamerikanischen Werkes sind die Landschaft und das Figurenbild. Die südamerikanischen Werke wurden nach der Rückkehr von Leo Putz nach Deutschland im Jahr 1935 in einer großen Ausstellung in München gezeigt.
Leo Putz zeigte öffentlich Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sein Werk wurde als „entartete Kunst“ klassifiziert. Leo Putz wurde 1936 mehrmals von der Geheimen Staatspolizei verhört und musste schließlich nach Südtirol fliehen. 1937 bekam er Berufsverbot in Deutschland. In den folgenden Jahren bis zu seinem Tod 1940 umfasste sein Schaffen hauptsächlich Bilder von Burgen, Schlössern und die Landschaften Südtirols.
Nach einer Operation verstarb Leo Putz am 21. Juli 1940 in Meran. Sein Ableben wird in Italien und Deutschland offiziell totgeschwiegen. Seine sterblichen Überreste wurden auf dem Gautinger Friedhof beigesetzt.
Leo Putz begann seine ersten Studien mit 16 Jahren an der Königlichen Akademie der bildenden Künste München, wo er bei seinem Stiefbruder, Robert Poetzelberger, eine Ausbildung in den Maltechniken bekam. 1888 wechselte er in die Naturklasse des Historienmalers Gabriel von Hackl, wo er Sachlichkeit und Korrektheit in der Zeichnung lernte. Inzwischen war sein Vater von dem Talent seines Sohnes überzeugt, deshalb unterstützte er eine Ausbildung des inzwischen 21-jährigen an der Académie Julian in Paris. Seine Lehrer waren Jean-Joseph Benjamin-Constant und William Adolphe Bouguereau. Nach einer Militärzeit kehrte Leo Putz wieder nach München zurück und besuchte an der Akademie der bildenden Künste die Malklasse von Paul Hoecker, dem ersten „Modernen“ an der Akademie, der in Atelier- und Freilichtmalerei unterrichtete und auf die individuelle Entwicklung seiner Schüler Wert legte. Aus dieser Malklasse gingen die ersten Mitarbeiter an der „Jugend“ und „Scholle“ hervor, an denen sich auch Leo Putz beteiligte (Stein).“

 


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