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Jahr: 1928
Bemerkung:
ArtikelNr. 05265
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Autograph 1928: Ernst Hauck aus Neustadt bei Coburg in Buch „Wir Deutschen“. Deutsch-Völkisches Lager

Hauck, Ernst: Wir Deutschen. Ein Volksbuch (Urquell-Vlg. Erich Röth, Mühlhausen 1924; 8°, fester Kaartoneinband, 102 Seiten, beiliegende Werbebroschur zum A; Rücken fehlt, Bindung gelockert, berieben, sonst gut).
Vorsatz mit handschriftlicher Widmung: „W. Seifert zum Dank für den feinen Vortrag des Moeller-Prologs ... [unles.], d. 3.1.28, Ernst Hauck“.

Der 1926 in Neustadt bei Coburg als Schulleiter („Waldschulmeister“) tätige Ernst Hauck ist dem protestantisch-deutschvölkischen Lager zuzurechnen. Hauck kritisiert im Buche die jüdisch-christlichen Wurzeln Europas. So bringt er z.B. ausgedehnte Kapitel zu Runenschrift und Germanentum. Bismarcks Sozialistengesetzgebung bezeichnet er als „unvölkisch“ – ganz im Stile der späteren „national-sozialistischen“ Regierung. Der Text endet mit Zornesworten zu Kriegsende, Revolution und Versailler Vertrag und wagt eine Zukunftsprognose: „Ob dann unsere Peiniger selber die Fesseln zerreißen, die sie uns geschmiedet, da wir sie doch mit erlösen? Oder ob wir noch einmal die Schwertgewalt anrufen müssen, um uns zu befreien?“

Über das „Volksbuch“ werden auf dem Beizettel diverse Sätze aus Kritiken zitiert. „Die neue Zeit“ schreibt: „Dabei leuchtet aus jedem Worte die Liebe zu seinem Volke, d.h. hier zu seiner Rasse.“
Über Haucks Buch „Heimatreligion“, welches ebenso auf dem Beizettel beworben wird, schreibt ein „Hauptpastor Andersen“: „Hier bäumt sich deutsche Art auf gegen jüdische Gesetzesfrömmigkeit und ihre Einimpfung ins deutsche Volk mittels des Alten Testaments und verlangt dessen Entfernung und dafür Auswertung der reichen Schätze germanischer Urfrömmigkeit, wie sie in Mythen und Märchen vorliegen.“

Über Hauck ließ sich wenig eruieren. Sicher ist, daß er das Ende der deutschvölkischen Ära gut überstand. 1961 publiziert er in dem Periodikum „Coburg Stadt und Leute“ einen kurzen Artikel. 1975 veröffentlicht das Kulturamt der Stadt Neustadt bei Coburg einen von ihm verfassten Text zum Maler Max Reißmann.

 


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