cassiodor

Home | Über uns | Impressum | Datenschutzerklaerung | AGB 
home > Militaria > 1939-1945 > Feldpost

 

gebjaeg100.jpg

Jahr: 1938-1940
Bemerkung:
ArtikelNr. 05032
Besucher 1.459

 

E-Mail

 
Feldpost 1938-1940, Leutnant im Gebirgsjäger-Regiment 100

Konvolut von Schreiben, die der im Gebirgsjägerregiment 100 dienende Soldat Hermann an eine junge Frau in München sandte. Gesamt 20 (teils ein-, teils mehrseitige) Briefe und 4 Postkarten, die Umschläge fehlen. Berieben, stockfleckig, sonst guter Zustand. 4 Schreiben datieren auf 1940, der Rest auf das Jahr 1938.

Gudrun und Hermann hatten im Sommer 1938 miteinander geflirtet, er hatte ihr alkoholisiert einmal gar seine Liebe gestanden. In den Folgemonaten machte er sich starke Hoffnungen, stieß bei ihr jedoch auf wenig Gegenliebe.

1938 dient Herrmann im 3. Bataillon, 1940 kämpft er als Leutnant in Frankreich (und hat die Feldpostnummer 24971 / E). Im Spätsommer 1940 ist er als Besatzungssoldat in der Nähe des Montblanc stationiert.

Die Schreiben des Jahres 1938 wurden verfasst in Wolfratshausen, Passauer Hütte, München, Döberitz, Olympisches Dorf, Brannenburg, Grafenwöhr, Laufen, Jamtalhütte.


Einige Zitate:
4.7.1938: „.. Bin inzwischen in Döberitz im Olympiadorf glatt gelandet. Das Dorf ist einfach phantastisch. Wir wohnen in diesen kleinen reizenden Wohnhäusern ca. 15 Mann in einem, pro 2 M. ein Zimmer. Wir speisen .. in einem herrlichen Casino, das Essen ist ausgezeichnet. Soweit die Vorzüge. Nachteilig ist die etwas ungünstige Verbindung nach Berlin und vor allem der lange Bahnweg (ca. ½ - ¾ Std. zum Gehen). ...“
29.5.1940: „... Wir sind inzwischen zutiefst in Frankreich (80km vor Paris) z.Zt. gerade in einem franz. Dorf und dem Gelände davor. Gegenüber der böse Feind. So in gewissen Zeitabständen heftiges Artillerie-Geballere und allgemeine Schießerei und die unangenehmen Eierleger (sprich Flieger), soweit sie sich wg. unserer Me 109 herübertrauen. ...“
19.7.1940: „...Ca. 1000km haben wir zu Fuß im ganzen zurückgelegt. ...Wir haben uns 8 große Flußübergänge erkämpft (außer den kleinen Flüßen): Maas, Oise-Aisne-Kanal (nachdem ich das E.K. bekam, sehr starke Verluste), Aisne, Ourq, Marne, Seine, Yonne, Loire. Unsere vordersten Teile standen schließlich am Cher. Hinter diesen Flüssen hatte sich der Feind immer wieder zu neuem Widerstand gesetzt und es ging immer wieder dasselbe kriegerische Theater los. Unsere Division natürlich, wie in Polen, weit allen anderen voraus. ...“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS