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Jahr: 1924
Bemerkung:
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Handschriftlicher Reisebericht 1924, per Fahrrad auf dem Hellweg von Rhein bis Weser

Handschriftlicher Reisebericht, 8°, 4 Doppelblatt (gesamt 16 eng beschriebene Seiten), Text mit Bleistift, Blätter oben mit Tinte nummeriert. Kompletter Text (letztes Wort: „Schluß“). Etwas berieben, sonst guter Zustand.

Die Reise begann am 9.9. und wurde per Fahrrad wohl von 2 jungen Männern unternommen. Die Radler besuchten dabei auch etliche Verwandte auf ihrem Wege. Ein Titel fehlt, ebenso ein Hinweis auf den Urheber. Der Text beginnt so:

„Vom Rhein zur Weser, von Duisburg bis Göschen läuft der Hellweg, über Essen, Bochum, Dortmund, Soest, Paderborn. Parallel dazu läuft eine alte Römerstraße, in Unna u. Paderborn ihn berührend, sonst in einiger Entfernung, Heerweg geheißen. Ob der Feldweg in seinen Ursprüngen auch auf die Römer zurückzuführen ist, weiß man, glaube ich, nicht. Karl der Große hat ihn ausbauen lassen für seine Jäger gegen die Sachsen. Seine heutige Breite hat er wohl durch ... [unles.] bekommen. Er ist etwas dreimal so breit wie unsere durchschnittlichen Chausseen, breite Gräben und alte Bäume säumen ihn ein. ...“ Auf S. 2 heißt es: „Als wir diesen Weg im Herbst 1913 fuhren, war er sehr vereinsamt und selten traf man jemanden unterwegs. In diesem Jahr sind wir die Straße wieder gefahren. Als das Industriegebiet hinter uns lag, kamen wir wieder in die schöne Einsamkeit, aber so still wie vor 11 Jahren war es doch nicht mehr. ... Aber ein trauriges waren die vielen Walzbrüder. Außer den berufsmäßigen Landstreichern viel junges Volk, das die Arbeitslosigkeit auf die Straße treibt. Bärtig und verbrannt, z.T. zerlumpt, barfuß, nur Hemd, Hose und Rock an, ohne Hut viele. Andere wieder ... [unles.] angezogen, feste Schuhe, Bündel oder Rucksack tragend, oft in Handwerkstracht, Zimmerleute, Maurer. Dasselbe Bild übrigens überall, im Harz auch sehr viele. In Mitteldeutsachland streichen sie unter den Chausseebäumen hin und essen Fallobst. Sie machten im Ganzen einen vertrauenerweckenden Eindruck, das Gesindel, das auf Diebstahl und Raub ausgeht, bleibt wohl in den Städten. ......“

 


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