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die_kampagne.jpg

Jahr: um 1970
Bemerkung:
ArtikelNr. 04784
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300 Negative um 1970: Film-Hochschule der DDR in Babelsberg, Theaterinszenierung Die Kampagne

Fotodokumentation zu einer Theateraufführung in der DDR um 1972.
204 6x6cm- und ca. 110 18x24mm- s-w-Negative mit Kontaktabzug-Streifen und Infoheftchen zum Theaterstück. Negative und Kontakte eingelegt in 18 und 3 Orwo-Filmlaschen. Etwas berieben, sonst guter Zustand.

Aus dem Nachlass des Regisseurs und Schauspielers Jürgen Klauß. Klauß studierte von 1969 bis 1973 an der „Hochschule für Film und Fernsehen der Deutschen Demokratischen Republik“ in Berlin-Babelsberg, er absolvierte dort eine „Regie-Aspirantur“.
Im Zuge des Studiums wirkte er als Schauspieler in der hier dokumentierten Theaterinszenierung der Babelsberger Fachrichtung Schauspiel mit.

Das Konvolut besteht aus professionellen Photos einer Theaterinszenierung. Wie der ausführende Photograph hiess, bleibt unklar, der Name auf den Filmlaschen ist nicht zweifelsfrei lesbar (Jörg Haamann?).
Die 6x6-Filme 1-9 entstanden während der Proben, die übrigen 6x6- und die 18x24-Filme während der Aufführung des Stückes.

Von besonderem Reiz sind die Probenbilder, hier ist wohl auch Regisseur Horst Ruprecht zu sehen. Da es in dem Stück oft um schöne Frauen und deren Beine und Füße ging, sind viele Photos von gewissem erotischen Reiz.

Dank des beiliegenden Heftchens können einige Angaben zum Projekt gemacht werden. Das Theaterstück „Die Kampagne, ein satirisches Lustspiel“ entstammt der Feder eines Joachim Knauth. Die Handlung spielte 1960 in einer namenlosen DDR-Stadt, in der kleinen Schuhfabrik ‚VEB Hans Sachs’. Eine genaue Datierung, wann die Aufführung stattfand, bietet der Folder kurioserweise nicht.

Anscheinend bot das Stück manch versteckte Kritik am herrschenden System. Zitiert werden „aus dem Couplet ‚Lob des Kompromisses’“ des Dieter Scharfenberg einige gesellschaftskritisch-doppelbödige Zeilen: „Wählt nie das Wörtchen Weltniveau, wo Weltniveau noch fehlt. Wenn Weltniveau nicht Weltniveau, so war umsonst das Geld. Und Kraft umsonst und Phantasie, Talent und Energie. Quält nie, wo Weltniveau noch fehlt, das nackt’ und bloße Wort als Alibi“. Dazu heisst es: „Und geht dein Traum von nur nem halben Leben nicht in Erfüllung, ist das kein Malheur. Mach einen Kompromiß fürn Rest der Tage, ganz ungeniert, ganz ungeniert. Denn wer den Tag mit Kompromissen mästet, der liebt das Leben wie ein Wurm die Welt, braucht werder Rückgrat, Hirn, noch unsern Segen, nurn bißchen Geld, nurn bißchen Geld“.

Einige Mitwirkenden: Horst Ruprecht (Regie), J. Heidenreich (Ausstattung), Norbert Speer (Regieassistenz). Winfried Glatzeder, Anita Walter, Carin Abiucht, Regina Beyer, Günther Zschäkel, Jörg Gillner, Madeleine Lierck, Jaecki Schwarz, Angelika Ritter, Erdmute Schmid, Carin Abicht, Jörg Bräuer (Schauspieler/innen).

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS