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funker_ostfront.jpg

Jahr: 1941-1943
Bemerkung:
ArtikelNr. 04775
Besucher 3.363

 

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Korps-Nachrichten-Abteilung 47 / 7. ID, Photo- und Feldpost-Konvolut, Ostfront 1941-1942.

Ca. 90 s-w-Abzüge à 6x9cm aus dem Nachlass des ehemaligen Angehörigen der Korps-Nachrichten-Abteilung 47, Matthäus U. Der Mann wurde 1940 eingezogen, kämpfte ab Juni 1941 wohl im Verband mit der 7. (Münchener) Infanteriedivision an der Ostfront. Er geriet Anfang 1943 in Gefangenschaft.
Die Bilder etwas berieben, teils fleckig, allesamt leicht gewellt, sonst in gutem Zustande.

Hervorzuheben sind die Bilder, welche die Funkwagen und den Fuhrpark der Abteilung zeigen, einmal sieht man einen PKW mit Divisionsabzeichen. Spannend ausserdem einige Photos von erbeutetem russischem Material.

Das Konvolut lässt sich anhand der Bildbeschreibungen oder Markierungen auf den Rückseiten der Photos in verschiedene Stränge einteilen. Welche Photos U. aufnahm und welche von Kameraden stammen, ist unklar.

Strang 1, Schredl, Sommer 1941 (11x): Verso mit Stempel „phot. Lo.Schredl“, dazu oft mit Beschriftung „ehemals polnisches Gebiet“ und anderen Angaben. Gezeigt sind: Ruinen, Autowracks, Kirche, Dörfer, deutsche Fahrzeuge auf Rollbahn, russ. Gefangene („Gefangenenlager“), deutscher Soldat beim Schweinschlachten, Zivilisten beim Schlangestehen (Frauen barfüssig), Schloss. Alle Bilder im Sommer.

Strang 2, Stump 0, Sommer 1941 (13x): Verso mit Stempel „Foto Stump, H0103, Aachen“ und handschr. Nummerierung, oft dazu betitelt. Alle Bilder zu sommerlichen Temperaturen aufgenommen. Gezeigt sind: Truppe, teils mit getarnten Autos („Bei Bialystok“, „22.6.1941“, „Zeltplatz“, „Aufbauplatz“), Soldaten beim Lebensmitteltausch mit Zivilistinnen, Ruinen („Mogilew“), Funker mit nackten Oberkörpern beim Schreiben („Hörausbildung“), totes Pferd wird von Funkwagen gezogen („Dieses Pferd hätten wir eingraben sollen. Wir haben es aber mit der Funkstelle bis zum nächsten Trichter geschoben. Warum umständlich, wenns einfach auch geht?“).

Strang 3, Stump A, Herbst-Winter 1941 (11x): Verso ebenso mit Stump-Stempel, dazu A-Nummerierung und teils Beschreibungen. Gezeigt Funkgerät, grösseres Haus (2x, „Quartier Ende Okt. Bis Dezember 1941“), verschneites Dorf („unser Quartier an Weihnachten“), Fahrzeugkolonne („Vor Moskau, Herbst 1941“), Fahrzeuge im Schnee, Weihnachtsbaum.

Strang 4, Stump B, Sommer 1941 (17x): B-Nummerierung, Stump-Stempel, teils Beschreibungen. Gezeigt sind: Kriegsgefangene („Gefangene aus der Kesselschacht Brjansk Wjasma, 2½ Tage gingen sie an uns in solchen Massen vorbei“), Waldlager („Bunker, in dem wir uns im Herbst eingenistet haben“), Soldaten beim Kochen, KFZ mit angebauter Hütte, , Funkwagen neben Bauernkate, Weichsel, Fahrzeuge in Wald und Feld, Zelte, Schießplatz, Fahrzeugkolonne beim Vormarsch, getarnter PKW, brennendes Dorf und dt. Soldaten mit PKW („Okt. 41, In diesen Häusern sollen wir übernachten. Noch bevor wir ankamen, brannten sie schon“).

Strang 5, E., wohl Sommer 1942 (7x): E-Nummerierung, teils Stempel „H0825“ ua., teils mit Abkürzung „Ullm.“, teils Titel, Abzüge auf Agfa-Brovira. Gezeigt sind: Dorf, Soldaten beim Essen, Soldaten mit Fahrzeug, Zivilbevölkerung („Weibl. Dorfjugend im ‚Sonntagsstaat. Der Kleine links ist doch zum Schießen.“), Bäuerinnen beim Kartoffelschneiden.

Strang 6, F, wohl Sommer 1942 (3x): F-Nummerierung, Abzüge auf Agfa-Brovira. Gezeigt auf Feld und in einem Hof.

Strang 7, H. Winter 1942 (6x): Bilder verso aufwendig beschrieben, H-Stempel wie vor. Gezeigt KFZ im Schlamm („Einige unserer Wagen beim Stellungswechsel, Schlammzeit (woanders Frühjahr) 1942“), Fahrzeug im Schnee, verschneite Bauernkaten („Unser letztes Quartier im mittleren Abschnitt, südöstl. Wjasma, Mitte April 42, .... rechts der Fahnenmast), Kamerad liest Band der Insel-Bibliothek, Funkgerät mit Hakenkreuzflagge und Bildern („Unser Quartier von Januar bis März 42. Ein Teil des Geräts und der Schreibtisch“).

Strang 8, Sommer 1941 (19x): Diverse Bilder, hinten mit Nummer, teils Beschreibungen. Gezeigt sind: Russischer Panzer KW-1, Rückzugsstrasse mit Material (einmal mit T-34), russ. Flugzeuge (Jak-1 oder Mig-1 und Anderes), Badeanstalt am Bug, Fluß, dt. Funktrupp mit Fahrzeugen, großes Gebäude, PKW mit Divisionsabzeichen („Dieser Karrn hat uns am meisten geärgert. ... Autobahn Minsk-Moskau bei ca. 35°-“).

Dazu kommen: 2x RAD-Zeit, 3x Frankreich (Lille), 3x angetretene Kameraden im Winter.

Feldpostkonvolut:


Das Konvolut enthält 10 Briefe und eine Postkarte des Soldaten, dazu 2 Briefumschläge. Desweiteren 5 Schreiben von anderen Soldaten an die Familie, datiert 1943. Außerdem ein wohl in Frankreich aufgenommenes Portraitphoto des Soldaten. Stücke berieben und fleckig, sonst guter Zustand.

1941: 13.10., 22.10., 15.11.
1942: 2.3., 29.3., 19.5., 13.9., 11.10., 23.10.
1943: 1.1., 16.1.

Andere Schreiber, 1943: 2.4., 5.4., 27.4., 28.4., undatiert

Zitate:
13.10.1941: „Schon einige Zeit schlafen wir nicht mehr im Zelt, sondern in Häusern.“
2.3.1942: „Mir geht’s ganz gut. In unserem jetzigen Quartier ists ganz nett. Nur zu klein. Es sind einige Kinder da. Mit dem 11jährigen Buben haben wir alle unsere Freude. Er kann gerade soviel deutsch u. wir russisch, daß wir uns prima verständigen können. Aber wie selbstständig die Kerle schon sind u. mit was sie sich ihr nötiges Gerät, Bekleidung, überhaupt alles machen, ist unglaublich. Sie bekommen ja von nirgendsher etwas nach. Neulich habe ich ihm die Haare geschnitten, so guts eben ging. Dafür hat er mir einen russ. Rubel und etwas Kleingeld gegeben. Habe es angenommen, damit ich auch ein Andenken habe.“
29.3.1943: „Aber sonst ists mit der Begeisterung, hauptsächlich für die Partei u. Propaganda, nicht weit her.“
11.10.1942: „Göring ist ja im Allgemeinen beliebt“.
5.4.1943 (schreibt ein Kamerad an die Mutter): „Ich kann ermessen, wie gross das Leid ist, das über Sie gekommen ist, seit Ihr Sohn, unser lieber Kamerad Matthias, vermißt ist.“
27.4.1943 (schreibt ein Kamerad an die Mutter): „Ich habe mich erkundigt, was unsere Kompanie an Sie geschrieben hat – es ist alles, was wir wissen. Denn alle sieben Mann, die Gruppe, in der Ihr Sohn Matthe in der letzten Zeit war, sind seit jenen bösen Tagen vermisst.“
28.4.1943 (schreibt ein Kamerad an die Mutter): „Leider war ich nicht bei der Gruppe, bei der er sich befand, als uns der Panzerangriff überrannte, doch werde ich ... bei dem Kameraden über näheres nach... [unles.], bei dem Matth. Beifahrer war.“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS