cassiodor

Home | Über uns | Impressum | Datenschutzerklaerung | AGB 
home > Militaria > 1939-1945 > Photoalbum

 

panzerpioniere.jpg

Jahr: 1939-1943
Bemerkung:
ArtikelNr. 04726
Besucher 11.912

 

E-Mail

 
Fotoalbum Panzer-Pionier-Bataillon 32, 1939-1943. Polen, Frankreich, Russland – Stalingrad

Photoalbum, gr.8°, Kunstledereinband mit montiertem Stahlhelm und Titel „Meine Dienstzeit“, Kordelbindung, ca. 32 kartonstarke Blatt, gesamt ca. ca. 250 teils in Photoecken eingesteckte, teils montierte s-w-Abzüge à 6x9cm. Die meisten Seiten des Albums sind beschriftet, dazu viele Bilder hinten ausserdem betitelt. Pergaminseiten teils fehlend, berieben, sonst guter Zustand.
Das Album war einst teils anders angelegt, als es sich heute präsentiert. Etliche Seiten der ersten 2/3 des Albums zeigen Schabspuren oder Reste von alter Beschriftung, auch waren manche Bilder zuvor geklebt und nicht in Klebeecken eingeschoben. Daß das Album von Locht stammt, ist sicher. Eine gelaufene Ansichtskarte (Kaserne Schwedt) an Gattin Betty beweist seine Urheberschaft.

Der Urheber, der aus Eberswalde stammende Walter Locht, diente als Pionier beim Pionier-Bataillon 32. W. war 1939-1940 wohl Mitglied einer Opel-Blitz-Fahrbemannung, sein Fahrzeug (Opel Blitz Kennzeichen WH 237731) ist auf den ersten Seiten des Albums oft gezeigt. Später wird er der Brückenkolonne K oder B, nach Stalingrad wohl einer provisorischen Panzerjagdkompanie angehört haben.

Das Pionier-Bataillon 32 wurde 1936 aufgestellt und gehörte anfangs zur 2. (motorisierten ) Infanteriedivision. Am 10.1.1941 nannte man die Truppe in Panzer Pionier Bataillon 32 um und unterstellte sie der 12. Panzerdivision.

Wohl in den 1950ern oder 1960ern fertig gestellt, beeindruckt das Album durch seine erzählerische Kraft. Der Betrachter folgt Seite für Seite zeitlich chronologisch dem Kriegslauf und Walters Erlebnissen. Dabei verfasste Walter die Anmerkungen in einem kritischen und intelligenten Ton und auch die Anordnung der Bilder zeugt von seinem wachen und aufgeklärten Geist, der abseits jeglicher Kameraden- oder Soldaten-Verklärung die Dinge darstellte. Wie so oft bricht auch hier die „Erzählung“ im Jahr 1943 ab.
Im Album sind etliche Bilder von provisorischen Brücken bzw. vom Brückenbau enthalten, dazu einige bemerkenswerte Bilder von Panzern, Halbkettenfahrzeugen, LKWs und Motorrädern. Makaber sind die Photos, die Leichen zeigen.

Von besonderem historischem Wert sind einige Aufnahmen:
- provisorisches Grabmal des Ritter von Speck, welcher am 15.6.1940 bei Pont-sur-Yonne gefallen war.
- Bilder von brennenden Schiffen in Brest am 21.6.1940: Brest wurde am 18. oder 19.6. besetzt; bevor die Deutschen sich einiger im Hafen liegender Schiffe bemächtigen konnten, wurden diese von ihren Besatzungen gesprengt.
- Bilder von Zerstörungen in La Rochelle am 26.6.1940: Die Alliierten evakuierten die Stadt am 18.6.1940, welche Kriegshandlungen hier gezeigt sind, ist unklar.
- Bilder von „Operation Blau“, der deutschen Südoffensive im Jahre 1942, und der anschliessenden Kämpfe vom Don bis zur Mius-Front.

Unten eine Aufstellung der Seiten des Albums. Handschriftliche Eintragungen des Walter sind im Zitat wiedergegeben, Abkürzungen wurden dabei ausgeschrieben.

1: Portrait des Soldaten, handkolorierte farbige 13x9cm-Postkarte, verso ein Stempel: „Kunstgewerbliches Colorit Gertrude Heckert, Eberswalde“, daneben ein weiterer Stempel: „Foto-Atelier Gertrud Klotz, Schwedt a.O.“, darüber handschriftlich „für unser All... [unles.], dein Walter.
2: „Pion. Locht, eingezogen 24.VI. 1939, Schwedt/Oder“ (2x), „Inspektion Stettin, 14.8.1939“ (2x). Gelaufene AK, gezeigt die Kaserne des Pionier Regiment 32 in Schwedt, Walter auf Motorrad in Stettin,
3: „Der Krieg gegen Polen lag in der Luft“. „Stettin, 14.8.39“ (1x, Soldaten mit Motorrad und LKW), „Eichwalde / Pommern 24.8.1939 – Atze Weber, gefallen“ (1x, 2 Soldaten mit LKW), 1x „Stettin 14.8.1939“ (Frachter Leipzig im Hafen), „Elsenau / Pommern, 27.8.1939“ (1x, Soldat mit Opel Blitz).
4: „Im Walde bei Barkenfelde Pommern“ (2x, Soldaten liegen in Bereitschaft neben Opel Blitz, KFz 1 WH 138629 im Walde); „Am nächsten Tage, 1.9.19329, die ersten polnischen Gefangenen, Gr. Klonia, Polen“ (1x, LKW mit Gefangenen und Bewachern); „Die ersten deutschen Toten, leichter Krupp-P.I abgeschossen“ (1x Panzer ohne Tote).
5: „Hier begann der Flüchtlingsstrom über ganz Europa (3x, Pferdewagen mit Flüchtlingen); „Meine erste Feldpostkarte aus Polen“ (Lniano-Pomorze).
6: „Vormarsch durch die Tucheler Heide“ (2x, tote Pferde, zerstörte Protzen, Kanonen – wohl Spuren eines Stuka-Angriffs), „Friedhof in der Tucheler Heide“; „Kriegsbrücke über die Weichsel, Mewe-Gniev den 9.9.1939“.
7: „Festungswerk Lomza am Narew, aus der >Regierungszeit des letzten Zaren“ (4x).
8: „Das brennende und zerstörte Lomza, 13.9.1939“ (3x Ruinen, einmal mit Flüchtling, 1x mit dt. Soldaten), „Der Narew bei Lomza“.
9: 4x, „Leutnant Haase-Brücke, gef. 13.9.1939“ (1x), Blitz bei Behelfsbrücke, Fahrzeugkolonne wohl mit SD.KFZ.7, „zerstörte Brücke bei Brielsk“.
10: „Vormarsch auf Brest / Bug, überall dieselben Bilder – Tod, Verderben“ (1x Panzer II, 1x Behelfsbrücke, 1x tote Pferde und zerstörte Holz-Fahrzeuge, 1x wohl Kanonen-Sammelstelle, dt. 3,7 PAK, wohl französische 75er-Artillerie, hinten polnische Panzerfahrzeug, aus Bildreihe Siehe Seite 6).
11: „Hier entstand die deutsch-russische Demarkationslinie“. „Stosstrupp über den Bug“ (1x Soldaten mit Schlauchboot), „Fähre Bug bei Brest“ (1x Fähre aus 4 zusammengebundenen deutschen Landungsbooten, darauf dt. Panzerspähwagen SD KFZ 221); „leichte Pontonbrücke Bug 18.-24.9.1939“, „die stummen Zeugen“ (Behelfsfriedhof).
12: „Abmarsch aus Polen 24.9.1939, ‚Es lebe Hitler und Stalin die Befreier’, so war auf den Transparenten zu lesen“ (2x dt. Fahrzeugkolonne und wohl ukrainische Zivilisten, Schmucktor mit Inschrift); „Schlachtfest in Zabin / Bug, die Schinken verschwanden in den dunklen Kanälen des Spiess (gef.)“ (2x, totes Schwein mit Einschusslöchern).
13: Erster Heimaturlaub Oktober 1939“.
14: „Verladen und Abfahrt von Schwedt / O. nach Hanau, November 1939“ (4x, Fahrzeuge und Waggons).
15: „Wallroth / Schüchtern und Bettys Besuch Winter 39/49“ (AK Wallroth (markiert Zimmer in Ansicht „Gasthaus zum grünen Baum, Besitzer Karl Druschel“), 2x Fahrzeuge).
16: „Villmar – Lahn“ (2x), „Auf Ortswache in Villmar“ (2x).
17: „Flossackfahrt auf der Lahn v. Villmar nach Balduinstein“ (2x, Soldaten in Schlauchboten); „Der feurige Elias“ (2x, Unfall mit Opel Blitz).
18: „10. Mai 1940, Krieg gegen Frankreich“; „Die Sauer, Luxemburg“ (1x Fluß mit Brücke), „Belgien-Neuchateaux“ (2x Behelfsstraße), „Bunkerlinie an der belgisch-französischern Grenze“ (2x); „Nach dem Durchbruch Vormarsch auf die Somme-Front 17.-18. Mai 1940“.
19: „Vormarsch nach Amiens im Sommeabschnitt“ (3x, frz. Gefangene“, „hart aber notwendig’ sagte Hitler“ (1x Behelfsfriedhof).
20: „Die Somme bei Long“, „Longville Behelfsbrücke“, „Feldflughafen“ (1x getarnte Ju52), „hinter der Somme meist französische Kolonialtruppen“ (1x Gefangener).
21: „Durchbruch zur Seine-Front 10.-15. Juni 1940“ (1x franz. Gefangener, 1x LKW und Motorrad auf Marsch, 1x frz. Panzer Renault FT-17, 1x Panzer ?).
22: „Vormarschstrasse nach Romilly-Seine“ (1x zerstörte Fahrzeuge, 1x Strassensperre, 2x Flugzeugwracks).
23: „Gräber des ersten Weltkrieges“, „Laforge“, „1914-1918 Marne-Denkmal“.
24: „Seineabschnitt Romilly 12.-16. Mai 1940“ (zerstörte Eisenbahnbrücke 2x), „Behelfsbrücke 15 to; „Bristol Blenheim“.
25: „Flüchtlinge auf allen Strassen“ (2x, einmal Raupenschlepper vor Holzwagen), „Heimkehrer“ (Zivilisten in Ruinenstadt), „das rettende Zivil“ (wohl frz. Soldaten in Zivil am Strassenrand).
26: „O.K.W. meldet: Kapitulation Frankreichs“ (1x Soldaten vor Radio mit LKW), „“Sie gingen à la maison“ (2x frz. Soldaten beim Abmarsch), „wir konnten in Ruhe einen trinken“ (1x Soldat beim Stuhlgang auf freiem Feld, 1x Soldaten beim Picheln hinten Fahrzeug).
27: „Nach Frankreichs Kapitulation beschauliche Tage Juni-Juli 1940“ (Soldaten mit LKW beim Fässerladen).
28: „Der Hafen von Brest 21. Juni 1940“ (3x, Explosion, brennendes Schiff).
29: „Fontainebleau“ (provisorisches Grab des Generalleutnant Ritter von Speck, der als kommandierender General des XVII. AK hier am 15.6.1940 gefallen war (1x); „Loire und Orleans“ (3x).
30: „Hafen La Rochelle 26.6.1940 (2x Schiff im Hafen mit Bombenschäden, 1x Brände im Hafengebiet); 1x zerstörte Eisenbahnbrücke.
31: 2x zerstörte Lok auf Brücke, Bilder wurden aus fahrendem Zug aufgenommen; 1x Bahnhof Versailles Chantiers.
32: „Die letzten Tage in Frankreich“ (2x Soldaten in Nantes, 1x in den Ardennen).
33: „Schwedt / O. In der Heimat angekommen – gleich wurde wieder geübt“ (1x Übung Brückenbau); „Stettin, August-September 1940“ (2x, 1x „’Wilhelm Gustloff’ im Hafen), „Bunker bei Troppau“ (1x).
34: „Troppau, unseligen Angedenkens, November 1940-März 1941“.
35: „Mühlbock, April-Juni 1941“.
36: „Sturmbootlehrgang in Mühlbock, Frühjahr 1941“ (3x Soldaten mit Boot).
„Von Mühlbock ging es mit der 12. P.D. nach Russland“.
37: „Vormarschstrasse der 12.P.D. (1x russ. Panzerwrack und deutsche LKW), „Pz.Pi.32“ (LKW und Panzer auf Strasse), „Merkine-Litauen, 24. Juni 1941“ (1x deutsche Fahrzeuge im Ort).
38: „Witebsk nach der Einnahme Juni 1941“ (2x Behelfsbrücke, Fuhrwerke in Stadt); „Einsatz bei Minsk“ (1x PKW mit russ. Gefangenen, 1x russ. Kriegsgefangene, verso mit Aufschrift „Riga-Schlüsselburg“).
39: „Minsk“ (Ruinen), „weit grössere Ernte als je hielt im Osten der Tod“ (1x Soldatenfriedhof, verso Titel „Sucalowo-Schlüsselburg“); 1x Portrait Locht mit Waffen (verso Titel „Bis Riga-Schlüsselburg, ‚an wen sollte ich denken als an dich Betty!?“).
40: 1x zerschossener T-34, 1x zerstörte Brücke, 2x Leichen.
41: „Duchowschtschina August 1941“ (3x Dorfbilder, 1x verso Titel „Feldlazarett Duchowschtschina“), „Immer waren die Gräber offen“ (1x Friedhof, verso Titel „Lagerfriedhof Jucholow..-Schlüsselburg).
42: „Smolensk September 1941“ (1x KW-2, 1x Soldatenfriedhof, 1x Stadt, 1x Dorf).
43: „Vormarschstrasse nach Moskau“ (3x tote Pferde, zerstörte Wägen, 1x Leiche).
44: „Tichwin-November 1941“ (1x KW-2, 1x dt. Soldatenfriedhof, 1x Zugwagen).
45: „Der härteste Winter begann, wir gruben uns ein, Wolchowfront Dezember 1941“ (1x Halbkette SD KFZ, 1x Soldaten im Wald“), „Dekoration“ (Kameraden mit Orden), „Spähtrupp Owizowo“ (1x).
46: „Brückenbau am Wolchow Dezember 1941“ (2x), 1x brennendes Dorf, 1x „Grusino-Wolchow“ (Behelfsbrücke).
47: „Kuressare-Estland, Weihnacht 1941“ (3x).
48: „Riga“ (3x, Oper, Kirche, Denkmal).
49: „Riga, Februar-April 1942, hier erhielten wir, als der Winter vorbei war, die gespendete Winter-Bekleidung“ (1x Soldaten mit auf Zug geladenem LKW, 1x „Geierwally-Riga“, 1x „nach Rathow“).
50: „Neuaufstellung in Rathenow April-Mai 1942“ (3x).
51: „Abfahrt von Rathenow nach Kursk, Juni 1942“ (1x Soldaten mit LKW auf Zug); „Feldgottesdienst Kursk“ (2x); „Pionierstab Oberleutnant Petersen“ (2x).
52: „1942 auch noch Erfolge, im Jahr darauf ging es uns so“ (1x Leche, 1x russ. Kriegsgefangene), „Rumänen – Kavallerie Vorausabteilung“(2x).
53: August 1942, Brückenschlag Potudan“ (1x Soldaten beim Brückenbau, 1x 36 Tonnen Fähre mit Halbkette und Opel Blitz, 1x Fähre mit Panzer III), „Das leidige Impfen“ (1x).
54: „Doneinsatz“ (2x Soldaten mit Blitz WH-1108503, 1x mit Kamel), „Pontonbrücke Don, Symelianskaja“ (1x).
55: „Ruhestunden am Don, August-September 1942“ (5x, davon 3x Soldaten mit Halbkette).
56: 2x Soldaten mit Halbkette, 1x Soldat „am Don“, 1x „rumänischer Heldenfriedhof Remontnaja“.
57: „Vormarsch auf Stalingrad Herbst 1942“ (1x russ. Panzerspähwagen BA-10, 1x brennendes Flugzeug, 1x Kriegsgefangene, 1x dt. Soldaten vor brennendem Flugzeug).
58: 3x Brückenbau durch russische Frauen und Alte, 1x Behelfsfähre.
59: „Rumänisches Hauptquartier Remontnaja“ (1x Donbrücke, 2x Ju-52 der rumänischen Luftwaffe).
60: „Panzerjagdkompanie, Stalingrad und die Tragödie“ (3x Soldaten und Pak).
61: „Nach dem Rückzug aus Stalingrad, Miusfront Frühjahr 1943“ (3x Soldaten in Schützenloch, 1x auf Behelfsbrücke).
62: „Suchosamatzki, und hinten wurde getanzt“ (3x).
63: „Die Front-Kamele“ (1x), „erster Heimaturlaub von der Front, zum 30. Geburtstag, Juli 1943“ (1x Kameraden).

„Und dann habe ich nicht mehr fotographiert ---- das Elend wurde immer grösser und das Ende schrecklich“.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS