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pallavicini.jpg

Jahr: 1887
Bemerkung:
ArtikelNr. 04687
Besucher 983

 

E-Mail

 
Karten-Brief von 1887. Alpinismus. Pallavicini, Großglockner

2 Schreiben, eine Postkarte (Schweiz, lokalisiert und mit Poststempel 16.7.1887, abgeschickt von Silvaplanam, mit eingedruckter Briefmarke, gelaufen und gestempelt. Ausser „Starnberger See“ kann ich auf die Schnelle nichts entziffern).
Der „Karten-Brief“, gelaufen am 8.8.1887, lokalisiert und Poststempel Zell am See. Etwas berieben und fleckig, Karte falzig, sonst guter Zustand.

Beide Schreiben sind an eine Alwine Fricke, wohl die Gattin des Hutschenreuther-Industriellen Hugo Auvera in Hohenberg adressiert. Kurios der Text der schweizer Karte, denn hier wurde in 2 Blöcken in Bleistift übereinander geschrieben (einmal von oben nach unten, einmal von rechts nach links). In beiden Stücken erzählt ein Oscar vom alpinen Urlaub.

Aus dem Karten-Brief (dat. 6.8.1887): „So sind die schönen Tage d. Reise auch ziemlich vorüber, befinden wir uns stark auf dem Nachhauseweg. .. Hat mir ganz besonders die Parthie auf den Groß-Glockner sehr gefallen. Wir sind natürlich nicht auf die Spitze dieses Berges hinaufgekrochen, sondern nur bis zum Glockner-Haus u. dann ungefähr 1000 m Höhe nach der Franz-Joseph-Höhe, doch hatten von dort ein Panorama, das man so bald nicht wieder vergißt. Vor uns lagen die beiden Spitzen des Glockner, gerade vis-à-vis die Wand, von der Pallavicini im vorigen Jahr mit seinem Begleiter Cromalia [?] u. den beiden Führern herabgestürzt, uns zu Füßen der mächtige Pasterzen-Gletscher, der ¼ Meile lang, der zweitgrößte der deutschen Alpen ist. Am nächsten Tage wollten eine größere Tour über den Sonnenblick nach Terleiten machen. Da uns jedoch von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß die Sache nicht ungefährlich, da wir 2 Gletscher zu passieren hätten, die sich sehr, hinsichtlich ihrer Spalten, verändern, auch die Führer uns sagten, daß wir geseilt werden müßten, so sagten wir dieser Tour ab u. wanderten über das Heiligenbluter-Tauernthor, eine neunstündige Tour, nach Terleiten an demselben Tage, also gestern noch die 4 Stunden bis hier. Wir wollen ... Morgen beabsichtigen, nach Gastein zu fahren, doch sind in dieser Beziehung noch nicht fest entschlossen da wir möglicherweise morgen der Anwesenheit des österreichischen Kaisers beim Nachtquartier finden dürften. ... Geschrieben mit Hotel-Dinte u. Feder.“

 


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