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Jahr: 1881-1887
Bemerkung:
ArtikelNr. 04673
Besucher 1.664

 

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4 Postkarten an Familie Auvera, Hohenberg 1881-1887

4 Postkarten, 4 Königreich Bayern, 9x14cm (3x Bayern mit eingedruckter Briefmarke, jeweils gelaufen und gestempelt). 1x „Postkarte, bezahlte Antwort“. Alle Stücke etwas berieben und fleckig, sonst guter Zustand.

Adressiert jeweils nach Hohenberg („Post Schirnding“, 1x „bei Arzburg / Oberpfalz“), 1x an Hugo Auvera („Architekt, Hochwohlgeboren, 2x an „Ph. Auvera“ (einmal mit Zusatz „Porzellanfabrik“).

Die Karte an Hugo schrieb am 9.7.1883 ein Verbindungsbruder aus Kaisheim („Leider ist mir unmöglich gewesen, das XX. Bundesfest mitzufeiern. Ich bin nämlich am 1.Mai – 1. August hieher kommandiert, um ja 800 Lanzen [Lanpen?] zu bewachen helfen. Recht nette Beschäftigung für einen anständigen Menschen“).

Die Karten an „Ph. Auvera“ (Philipp? Philister?) stammen wohl von Verbindungskollegen. Ein Stück verso mit montierter in anderer Handschrift verfasster Adresse in London (gelaufen am 30.11. eines ungenannten Jahres, schwer lesbar, „Mein lieber Freund, mit Vergnügen sende ich ... die nach Frau Dekauer geb. Peys ... original angefangene Londoner Adresse, anhier herz. Grüße. ...“).
Die Karte an „Ph. [Rh.?] A.“ Auvera schrieb im Februar 1887 (in teils fehlerhafter Rechtschreibung) ein Vetter aus Waldsassen. Im Text heisst es: „Verehrter Herr Vetter, wie Ihre werthe Kommeszandez [??] erfahren hat lassen, ist das bestellte Service fertig: Sind Sie so freundlich und lassen Sie dasselbe, wol verpackt unter der Adresse meiner Schwiegermutter: Frau ......, kostenfrei abgehen. Die sämtlichen Auslagen wollen Sie mir zurechnen ...“-


Die Informationen zu Hugo Auvera, die 10/2009 im Internet zu finden sind, verwirren. Möglicherweise gab es zwei Menschen mit identischem Namen?

Wikipedia entnimmt man Folgendes:
Hugo Auvera (* 2. Mai 1857 in Hohenberg an der Eger; † 9. Juli 1918 in München) war ein deutscher Unternehmer und Corpsstudent.
Auvera entstammte der oberfränkischen Porzellan-Industrie und absolvierte am Nürnberger Realgymnasium seine Schulzeit. Nach Erlangung des Reifezeugnisses 1876 begann er ein Studium am Technikum München, welches er jedoch nicht zum Abschluss brachte. Gleichzeitig mit dem Studienbeginn wurde er beim Corps Germania aktiv, dessen Mitglied er zeitlebens geblieben ist.
Bedeutung erlangte Auvera als langjähriger Direktor der in Familienbesitz befindlichen Porzellanwerke Lorenz Hutschenreuther. Die Firma erfuhr unter seiner Leitung ab den 1880er Jahren einen nachhaltigen Aufschwung, Produkte des Unternehmens wurden in alle Welt verkauft.

Der homepage der Freimaurer-Loge Albrecht Dürer, welche die Hugo-Auvera-Stiftung betreibt, entnimmt man (gekürzt und etwas umformuliert) Folgendes:
Hugo Auvera wurde am 23.Juli 1880 als Sohn des Porzellanfabrikbesitzers und Königlich Bayerischen Kommerzienrates Carl Auvera und seiner Frau Bertha, geb. Blechschmidt, als zweites von sechs Kindern in Arzberg/Oberfranken geboren. Nach dem Abitur diente er von 1899 bis 1900 beim 8. FAR in Nürnberg. Danach besuchte er die Keramische Fachschule in Bunzlau (Schlesien) und volontierte in den folgenden Jahren in verschiedenen Porzellanfabriken. 1905 trat er als Betriebsleiter in der Porzellanfabrik C.M. Hutschenreuther AG in Hohenberg a.d. Eger ein. Bis 1927 arbeitete er im Werk, zuletzt als Generaldirektor. Zeit seines Lebens war Auvera beim Corps Germania aktiv. Er starb am 14.12.1963 in Nürnberg.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS