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kaisergalerie.jpg

Jahr: um 1880
Bemerkung:
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Stereofoto, Christmann um 1880: Berlin, Kaisergalerie

Stereofoto, Albumin-Abzüge à ca. 8x8cm, montiert auf festen Karton à 18x9cm. Undatiert. Etwas berieben, stockfleckig, sonst gut. Recte heisst es „Phot. u. Verlag von S.P. Christmann, Berlin. Berlin & Umgebung“ und „Allemagne, Berlin et ses environs“.
Nr. 1480a, Die Kaisergalerie, Perspektive aus der Rotunde vom Konzertsaal (von links).

Wikipedia (Stand 3/2009) schreibt zur Kaisergalerie:

Die am 22. März 1873, dem Geburtstag Kaiser Wilhelms I., festlich eingeweihte Kaisergalerie war eine 130 m lange Passage und Teil eines dreigeschossigen Gebäudekomplexes in Berlin, der im Auftrag des Actien-Bauvereins „Passage“ von den Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden im Neorenaissancestil errichtet wurde. Die nach Art der großen Passagen in Paris und Brüssel konzipierte Ladenstraße führte von der Prachtstraße Unter den Linden in gebrochener Linie zur Friedrichstraße Ecke Behrenstraße. Der Durchgang half, das schmale Trottoir der Friedrichstraße zu entlasten, und kürzte den Weg von Süden her zum Brandenburger Tor ab. Die Eröffnung durch den Kaiser, der auch Mitglied des ersten Aufsichtsrats war, verschaffte dem Bauwerk mit seinen prunkvoll gestalteten und bildkünstlerisch geschmückten Innen- und Außenfassaden aus Sandstein bzw. Terrakotta von vornherein beachtliche Prominenz; die Kaisergalerie war die Besucher-Attraktion in Berlin. In der Passage befanden sich ein Konzertsaal, Restaurants, ein Hotel, Büroräumlichkeiten sowie die moderne Einkaufspassage mit mehr als fünfzig Läden und Cafés. Der Festsaal war von dem bekannten Berliner Dekorations- und Kunstmaler Oskar Begas ausgestaltet worden. Zu den mit der Zeit dazugekommenen Attraktionen gehörten das Panoptikum und das Wachsfigurenkabinett der Brüder Castan sowie die Ausstellungsräume des Kunstmalers Arthur Fischer. Seit der Jahrhundertwende gab es ein Passage-Theater und von 1915 bis etwa Mitte der 1920er Jahre das Linden-Cabaret. Die eigentliche Galerie war ein architektonisch aufwändig gestalteter, mit Glas überdeckter Gang. Er war 7,85 Meter breit und maß 13,5 m bis zur Oberkante des Hauptgesimses bzw. 16 m bis zum Scheitel des Glasdaches. Die beiden Arme des Durchganges trafen sich in einem achteckigen Kuppelraum. Anlässlich der Berliner Gewerbeausstellung im Jahr 1879 wurden neuentwickelte Bogenlampen der Firma Siemens & Halske für die Innenbeleuchtung verwendet. Damit wirkte das Innere heller als das Tageslicht auf offener Straße. Wirtschaftlich war der Passage zunächst nur mäßiger Erfolg beschieden. Große Leerstände bei den Läden und Schwierigkeiten im Hotel- und Restaurant-Geschäft brachten die Gesellschaft mehrfach an den Rand des Ruins. Alfred Grenander gestaltete die Passage 1930/31 im Stil der Neuen Sachlichkeit um. 1943 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff bis auf einen Rest zerstört und brannte 1945 vollständig ab. Die verbliebene Ruine wurde 1957 abgetragen.


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