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gerhartpohl.jpg

Jahr: 1930
Bemerkung:
ArtikelNr. 04017
Besucher 1.398

 

E-Mail

 
Autor Gerhart Pohl an Kollegen Erich Müller, 1930.

Postkarte 11x14cm, etwas berieben, eine Randfalz, sonst gut. Gelaufen am 10.8.1930 von Berlin nach München. Mit Schreibmaschine beschrieben. Autor Pohl an seinen Kollegen und wohl Übersetzer: „Lieber Erich Müller, da ich lange Zeit nichts mehr von Ihnen hörte, und ebensoviel aus Russland, melde ich mich wieder einmal mit der Frage, ob die Uebersetzung meines Buches ‚Partie verspielt’ zustande gekommen ist. Freunde erzählten mir jüngst, dass einige meiner Geschichten (aus ‚Partie verspielt’) in russischen Magazinen gestanden hätten. Ihr Büchner-Hörspiel ist übrigens ausgezeichnet. Ich hörte jüngst eine Sendung. Was machen Sie sonst? Was wird aus der russischen Sittengeschichte, die doch brennend wichtig ist? Ich selbst habe ein Drama aus der deutschen Revolution 18/19: ‚Kampf um Kolbenau’ geschrieben, das soeben im Bühnenvertrieb von Kiepenheuer erschienen ist. Also lassen Sie bald von sich hören und nehmen Sie meine besten Grüsse, Gerhart Pohl.“

Pohl (* 9.7.1902 Trachtenberg (Schlesien), gest. 14.4.1966 in Berlin) war Sohn eines Sägewerksbesitzers, studierte 1921-24 Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Breslau, München und Berlin und promovierte über das deutsche Volkslied. In den 20er Jahren war er Herausgeber der literarischen Monatsschrift "Die Neue Bücherschau". Danach lebte er als freier Schriftsteller, seit 1933 in Wolfshau im Riesengebirge. Mitarbeiter vor allem an der "Deutschen Rundschau", erhielt P. während der nationalsozialistischen Diktatur mehrmals Schreibverbot. 1945/46 kommissarischer Bürgermeister in Krummhübel. 1946 siedelte er nach Berlin über und war bis 1950 Verlagslektor und Mitarbeiter der Zeitschrift "Aufbau". Seit 1950 freier Schriftsteller in West-Berlin. Mitglied des PEN, der Westberliner Akademie der Künste, der Dt. Akademie für Sprache und Dichtung, deren Vizepräsident er seit 1963 war, und seit 1959 Vorsitzender des Schutzverbandes Dt. Schriftsteller. 1957 Andreas-Gryphius-Preis, 1962 Kogge-Preis München. Der Herausgeber der parteipolitisch ungebundenen linken Literaturzeitschrift "Die Neue Bücherschau" schrieb in den 20er Jahren kulturkritische (Symbol Oberammergau) und literarische Essays. Er verfaßte Theaterstücke (Kampf um Kolbenau), Hörspiele und Rundfunkessays (Weltreise durch einen Arbeitstag), Romane und Erzählungen. [Zitat nach Autorenlexikon, Systhema 1996].

 


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