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kopierrahmen.jpg

Jahr: um 1900
Bemerkung:
ArtikelNr. 03918
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Deutscher Kopierrahmen, um 1900.

Kopierrahmen um 1900. 13x16x2cm, Holzrahmen mit Glasplatte, hölzerne Rückdeckel aufklappbar. Glasplatte mit Eckfehlstelle, fleckig, sonst gut erhalten. Das Stück kann im Laden erworben oder auch selber produziert sein. Es findet sich keinerlei Herstellerhinweis.

Kopierrahmen benutzte man, um Direktkopien von Negativen oder Glasnegativen anzufertigen (hier im Format 6x9cm). Die Kopien mussten hernach noch fixiert und getont werden.



In einer alten Quelle (G. Lehnert: Liebhaber-Photographie. Hrsgg.v.d.Redaktion des „Guten Kamerad, Union Deutsche Verlagsgesellschaften, Stuttgart e.a. o.J.) heisst es auf S. 76-79: „Zum Drucken bedient man sich des Kopierrahmens, das ist eines viereckigen Holzrahmens, der im Lichten so groß wie das Negativ ist. Unten trägt er eine Platte as ganz glattem Glas (sogenanntes Spiegelglas), darüber einen Holzdeckel, der in Scharnieren querüber aufklappt und durch Federn (Vorreiber), die von einer Zarge des Rahmens zur anderen gehen, festgehalten wird. Das Negativ kommt, auf der Glasseite blitzblank geputzt .... mit dieser Glasseite auf die Spiegeltafel des Rahmens zu liegen. Dann wird die Schichtseite des Negativs mit dem Pinsel abgestaubt ...., das Papier mit der Schichtseite dagegen gelegt, der Deckel aufgebracht und das Gaze durch die Vorreiber geschlossen. Wenn das Negativ nicht vollständig gegen das Negativ gedrückt wird, bringt man zwischen Papier und Deckel eine Schicht Fließpapier oder ein Stück Tuch [tatsächlich wurde beim vorliegenden Exemplar ein Stück Tuch auf die Deckel geklebt]. ... Schließlich legt man den Rahmen an einer nicht von der Sonne beschienenen Stelle aus.
Die beschriebenen Kopierrahmen nennt man deutsche oder englische, zum Unterschiede von den französischen oder amerikanischen, die keine Spiegelglasplatte haben .... Films [also Negative auf Kunststoffträger] werden in deutschen Rahmen gedruckt und im übrigen genauso behandelt wie Platten.
Im Allgemeinen soll man nie im Sonnenlichte drucken ... denn Sonnenlicht gibt stets flaue Kopien, auch verbrennt das Bilde leicht, indem das Chlorsilber überbelichtet wird. Von Zeit zu Zeit sieht man nach, wie weit das Bild gediehen ist. Zu diesem Zwecke öffnet man nur eine Hälfte des Deckels (damit Papier und Platte nicht gegeneinander verschoben werden), lüftet mit der Fingerspitze das Papier etwas und schaut darunter. ...“

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS