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Jahr: 1929-1931
Bemerkung:
ArtikelNr. 03763
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2. Artillerie Regiment, Reichswehr 1930, Fotoalbum 7. Batterie, Batteriechef Wilhelm Richter

Fotoalbum 1930-1931, Geschenk der 7. Batterie des 2. (preußischen) Arillerie Regiments „Ihrem scheidenden Batteriechef“ Wilhelm Richter, Itzehoe.

Fotoalbum aus dem Nachlass des Wilhelm Richter, der es im Zweiten Weltkrieg zum Generalleutnant brachte. Gesamt haben sich 4 Alben erhalten, hier geht es um Album 3.
Das Album ist auf dem ersten Blatt handschriftlich betitelt mit: „Ihrem scheidenden Batteriechef! 7. Batterie 2. (preuß.) Artl. Regt.“ Die Bilder sind in weisser Schrift betitelt. Beiliegend fand sich noch ein Heft „Reitrapport der 7. Batterie ...“. Gesamt sind auf 22 Blatt 21 s-w-Fotos in verschiedener Grösse enthalten, jeweils eingesteckt in Fotoecken. Zustand: Einband etwas berieben, manche Pergaminseiten mit Falz, sonst gut.
Die Abteilung des Regiments war in der dokumentierten Zeit von 1929 bis 1931 in Itzehoe stationiert. Die Bilder wurden wohl ebenda und im Manövergebiet zu Münster aufgenommen.
Spektakulär scheint ein Bild des MG-Hindernislaufs. Man sieht einen Soldaten, der ein leichtes MG 0815 in den Armen hält und sich aus einem Tarn- bzw. Hindernisnetz zwängt.

Fotoalbum:
- Gruppenbild Offizierskorps, „Potsdam 1930“ (22x26cm, auf der klassischen Portrait-Treppe im Schloß Sanssouci); - Reitertrupp in „Berlin 1930“ (17x12cm); - „Alte Kasernen, Itzehoe“ (11x9cm); - Manöver im Manövergebiet Münster, „Münsterlager 1930“ (originaler Abzug 12x9cm mit einbelichteter handschr. Nummer); - wie vor, 6spänner und Kanone; - wie vor, 6spänner und betrachtende Offiziere; - wie vor, Geschütz mit Bedienungsmannschaft; - wie vor; - Mannschaften beim Ausladen der Pferde, „Münsterlager 1931“; - 2 Bilder, Pferde in Kasernenhof, „Hohenlohn Berlin 1930“ und „Teutone,Berlin 1930“ (je 11x9cm); - 2 Fotos, „Viererzug 1929“ und „Untw. [?] Peters auf Gaugraf“ (ca. 11x8cm, Soldat auf Pferd, Kutsche mit 2 Soldaten in Kasernenhof); - 2 Fotos, „Abreiten zur Jagd“ und „Trompeterkorps III. A.R.2“ (Jagdgesellschaft [Uniformierte und Zivilisten] zu Pferde, Reiter im Kasernenhof, 9x9cm, 5x8cm); - 2 Fotos, „Meute des Schleppjagdvereins Itzehoe und Umgebung“, Ziegenbock „Peter“ (Hunde und Frau vor Holzhütte, wohl Regimentsmaskottchen,11x8cm, 5x8cm); - Innenraum in Kaserne, „Untffz. Stube (11x9cm); „Stall 7. A.R.2“ (12x9cm); - 2 Fotos, „M.G. Hindernislauf“ und „Trompeterkorps III. A.R.2“ (je 9x6cm); - „Untw. Peters auf Herzeleide, Büsum 1931“.



Reitrapport:
Das beiliegende Heft (8°, kartoniert, stockfleckig, schwache Falz) ist nicht datiert. Auf dem Einband steht: „Reitrapport der 7. Batterie 2. (pr.) Artl. Regts.“, darüber noch „Batterie“. Es erfasst nach Dienststelle (Abteilung a, Abteilung I, Abteilung Rem. [Remontierung?], Abteilung B, Abteilung b, Fahrschule, Offizierspferde, kommandierte Pferde) die gesamt 92 aktiven Pferde der 7. Batterie. Auf 10 beschriebenen Seiten sind u.a. die Namen, das Alter, der Name des Reiters und die Reitlehrer der Pferde erfasst . Richter war neben seiner Stellung als Batteriechef auch Reitlehrer der Abteilung a.



Wilhelm Richter wurde am 17.9.1892 in Hirschberg (Schlesien) geboren, er starb am 4.2.1971 wahrscheinlich in Starnberg.
1913, mit 21 Jahren, trat Richter als Fahnenjunker in das preussische Heer ein. Anfangs diente er beim 2. (thüringischen) Feldartillerie Regiment 55 und wurde dort am 15.6.1914 zum Leutnant ernannt. Im Januar 1915 wechselte er zum neugebildeten Reserve Feldartillerie Regiment 58 um hier bis Kriegsende zu verbleiben. Wahrscheinlich ernannte man ihn noch vor 1918 zum Oberleutnant.
Richter gehörte zu den wenigen Soldaten, denen nach 1919 eine Karriere als Berufssoldat ermöglicht wurde. Nachdem er das Jahr 1919 primär als Angehöriger des Hessisch-Thürngisch-Waldeckschen Freikorps verbracht hatte, übernahm ihn wohl 1920 die Reichswehr in ihre Reihen. Er diente sicher von 1923 bis 1931 beim 2. preussischen Artillerie Regiment, 1933 war er bereits Major. Die Aufrüstung unter Hitler beschleunigte Richters Fortkommen, 1936 ernannte man ihn zum Oberstleutnant, 1939 zum Oberst. Im Zweiten Weltkrieg hatte Richter verschiedene Posten inne: Vom 1.4.1938 zum 1.10.1941 befehligte er das Artillerie-Regiment 30, bis 1.1.1943 war er „Arko“ (Artillerie-Kommandeur) 35 in Frankreich, bis Ende 1943 stellvertretender Kommandeur der Luftwaffen-Feld-Division. Am 1.5.1943 ernannte man ihn zum Generalmajor, am 1.4.1944 zum Generalleutnant.
Seine historisch wichtigste Befehlsstelle hatte Richter 1944 inne, denn er befehligte zum Zeitpunkt der Landung der Alliierten im Juni 1944 die Kanalküste bei Caen (als Kommandeur der 716. „bodenständigen“ Infanterie Division vom 1.4.1943 zum 1.9.1944). Seine weitere Laufbahn bis Ende des Krieges ist nicht exakt eruierbar, in die Führerreserve - sprich den Ruhestand - scheint er jedoch nicht versetzt worden zu sein (Keilig erwähnt 2 Posten in Infanteriedivisionen bis Mai 1945).
Richter war preussischer Offizier der alten Schule, dazu Pferdenarr. In den 1930ern betätigte er sich neben seiner Position als Batteriechef auch als Reitlehrer einer Abteilung. Zahlreiche Fotos der Alben 2 und 4 zeigen Pferde, Reiter, Jagdgesellschaften zu Pferde und Jagdhunde.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS