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Jahr: 1912
Bemerkung:
ArtikelNr. 03705
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Privatdruck von 1912, „Im Kielwasser des ‘Onkel Otto’, eine Donaufahrt im Kajak von Ulm nach Linz, 15. bis 25. Juli 1912. Verfasser ist ein Otto Georg Arnold, damals wohl wohnhaft in Gauting bei München. 8°, kartoniert, s-w-Abb. nach Fotos, 68 Seiten - etwas berieben, sonst guter Zustand. Bemerkenswert erscheinen die zahlreichen eingedruckten Fotos.
Die schöne Schrift beschreibt eine Kajakreise, die 9 Knaben bzw. junge Männer sowie ein Erwachsener 1912 durchführten. Autor Arnold hatte zuvor mit seinen Eltern etliche Jahre in den USA gelebt (in Passaic, New Jersey) und war so von durchaus weltoffener Geistesverfassung, was sich im Text widerspiegelt. Arnold weilte 1912 in Unterschondorf am Ammersee als Schüler des dortigen „Süddeutschen Landeserziehungsheims“. „Die Boote - Kajaks - die wir auf dieser ... Fahrt benutzten, hatten wir, soweit es der Einzelne vermochte, selber hergestellt. Die Bauart ist eine sehr einfache: Ungefähr 7 Latten wurden an einem Achter- und einem Vordersteven befestigt und diese durch zwei oder drei Rippen auseinander gehalten. Hierüber kam dann ein wasserdichtes Segeltuch“ (S. 6). Von den Risiken der Reise erzählt Arnold auf S. 43/44: „.... So war die Fahrt nach Deggendorf ganz schön und abwechslungsreich, eines aber störte uns, das war eine schwarze Wolkenwand hinter uns. Ab und zu hörte man ein leises, fernes Donnern, komischerweise kam sie uns äußerst langsam näher und näher, manchmal schien sie in einer anderen Richtung abziehen zu wollen. Also wieder waren wir von dem Unheil verfolgt. Weit und breit waren wir auf dem Fluß zerstreut, zum Glück waren bis auf Wolfgang Heinke alle Zeltleute und die Küchenjungen Carlos Hegel und George Morris in meiner Nähe, also konnten wir im Notfall wenigstens unters Zelt schlüpfen. Herr Rose war mit zwei anderen weit zurück und der Rest noch weiter voraus. Es wurde dunkler und dunkler, ab und zu blitzte es schon ganz gehörig. So laut ic h konnte, rief ich meinen Zeltleuten zu, zu landen, doch oft musste ich es wiederholen und dabei mit äußerster Kraft rudern. Die großen Wellen, die der achterliche Wind verursachte, wurden unter Brausen und Schäumen zerteilt, sodaß oft eine aufs Deck leckte. ... Nach einigen heftigen Donnerschlägen hatte sich wieder alles beruhigt.... Arthur schilderte mit großer Begeisterung, wie ein Blitz nahe von ihm im Wasser verschwunden wäre.“

 


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