cassiodor

Home | Über uns | Impressum | Datenschutzerklaerung | AGB 
home > Kulturelles > Universitaet

 

unik063.jpg

Jahr: um 1919
Bemerkung:
ArtikelNr. 03269
Besucher 1.328

 

E-Mail

 
Technische Hochschule [TH, heute TU] München, Anmeldung und Studienunterlagen, um 1919.
Konvolut von Blättern aus einem Nachlass, je 4° (etwas stockfleckig, sonst gut). Enthalten sind in einer blauen Archivmappe ohne Aufschrift 3 anläßlich einer Anmeldung an der TH München ausgefüllte Vordrucke. Dazu handschriftliche Texte und Matritzenkopien von technischen Zeichnungen. Wie kommt es, daß die Schriftstücke sich erhalten haben? Wahrscheinlich wurden die Unterlagen bei der TH so bei einer Studienbewerbung abgegeben. Vielleicht starb denn der Stadler kurz vor der Anmeldung, oder er erhielt die gesamten Anmeldungsunterlagen zurück, als er entweder angenommen oder abgelehnt wurde von der Hochschule.

Drei erhaltene und wohl bei der Anmeldung auszufüllende Zettel lauten auf einen Franz Stadler aus Landsberg am Lech, geb. 27.8.1895, wohnhaft in München. Stadler hatte vom 26.5.1915 zum 31.5.1917 Militärdienst geleistet, sein letzter Truppenteil war die „1. Genesenen-Batt. d. 1. Bayr. Fußart.Rg.“ [Genesenen Batterie des 1. Bayerischen Fußartillerie Regiment]. Er bewarb sich am 11.10.1919 bei der TH München. Sein Abitur hatte Stadler am Technikum Nürnberg gemacht, am 31.7.1918 (mit „Heimatschein“, wie es heißt). Seine Eltern sind Franz Stadler (bereits gestorben) und die in 2. Ehe verheiratete Maria Pschorr (verheiratet mit einem Bankbeamten Pschorr).
Die technischen Zeichnungen und Matritzen waren anscheinend der Bewerbung beigegeben oder sie stammen aus der Abiturzeit des Stadler. Enthalten sind z.B. Matritzen mit technischen Zeichnungen „Dampfverteilungsidagramm einer Tandem-Maschine“ (dat. 9.2.1918), Darstellung einer „Zentripetal-Vollturbine“, „Steuerung für Gasmaschinen“ (hier datiert 1917 und von der „Deutzer Maschinenfabrik“), „Steuerung und Vergaser eines Körting Viertakt Petroleummotors“ (dat. 1917). Die Mehrheit der Blätter ist jedoch handschriftlich beschrieben. So ein Blatt (hier wohl aus der Studienzeit) mit Heizwertbestimmungen, ein Text von ca. 15 Seiten mit dem Titel „Verbrennungskraftmotoren“ mit eingeklebten Matritzen-Zeichnungen (dat. 1917) und Handzeichungen. Dann ein 12seitiger paginierter Text mit dem Titel „Die Oelmotoren“ (mit ausgeschnittenen Abbildungen von großen MAN-Dieselmotoren und Matritzenkopien), mehrseitige „Bemerkungen zu Verbrennungsmaschinen“ (primär Berechnungen). Letztlich finden sich mehrere Zeitungsartikel zum Thema (einmal vom Mai 1918) im Akt.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS