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Jahr: ab 1929
Bemerkung:
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Werbung und Graphik. Mehrere Konvolute von Entwürfen, Andrucken, Drucken etc. etc. zur Strobel-Werbung, ca. 1929 bis 1935.

- Konvolut zur Klasse 44, 1930-1931. Schriftverkehr von 3 Blatt mit „Rotaprint AG“ in Berlin wegen Problemen mit einer französischsprachigen Annonce. 1 französischsprachiges Werbeblatt mit Korrektruen, eine Vorlage auf Karton und mit Pergaminblatt („Voilà l’expert tailleur admirant le percalinage Strobel!“), diverse Blatt zur Maschine 44-2, ca. 1950er-Jahre.

- Konvolut mit Vorlage und s-w-Fotos zur Bearbeitung von Nähten mit Strobel-Sticheinzieh-Hand-Apparat. 5 s-w-Abzüge 17x12cm und 4 dieser Abzüge auf Karton montiert und konstrastverstärkend retuschiert. Karton fleckig und mit handschr. Anmerkungen. Sehr interessant hier der Vergleich zwischen den Kontrasten und Informationen der Fotos und denn der manipulierten Bilder (hier wurde immer der Strobel-Namenszug hinzugefügt, die Fingernägel verschönert, Lichtkanten verstärkt etc. etc. Dazu (nicht abgebildet) das Kleinplakat zu den Fotos und der Vorlage, gedruckt am 27.2.1934 in einer Auflage von 20.000, 25x32cm, beidseitig bedruckt (in 4 Ex. vorliegend, jeweils fleckig und staubig aber ohne Läsuren).

- Konvolut von ca. 16 Druckvorlagen von Annoncen von Strobel, zumeist 1930er-Jahre. Hier verschiedene auf Karton montierte Vorlagen unterschiedlicher Formate, mit handschr. Anmerkungen und Angaben. Allesamt mit Gebrauchsspuren. Dazu etliche Andrucke.

- Konvolut von plakatgrossen Andrucken von Annoncen aus den 1930er-Jahren. Es fehlt jeweils der dann später in der Anzeige mitgedruckte Text. Oskar Strobel war in der Zeit der wichtigste Werbeträger der Firma, er durfte auf kaum einer Anzeige fehlen und ist auch in diesem Konvolut oft abgebildet. Vorhanden sind die Drucke:
Strobelmaschienen bei der Arbeit mit schönen Näherinnen (und Oskar Strobel – einmal ohne Text, einmal mit montiertem Text (Zwischenschritt aus der Graphikabteilung, allesamt mit Randläsuren); 4 Andrucke von einzelnen Maschinen (28x18cm); Andruck Oskar Strobel mit Kleiderpuppe und vorne schöner Näherin nebst Nähmaschine (schön erhalten, 25x34cm); 3x plakatgroßer Andruck „Modell Astro“ (48?) vor Münchner Frauenkirche mit Zeppelin 32x39cm (2x schön erhalten, einmal mit Läsuren); 10 Andrucke von Maschinen (2 Motive, 37x27cm), gut erhalten).
Und, besonders schön, ein plakatgrosser Andruck (der 2 Werbedrucke enthält), einmal in Ausführung ohne Text (auf blauem sowie diverse Details auf gelbem Papier, Größe aller Blatt 35x60cm) und einmal mit Text, es geht um die Klassen 30 bzw. 30-12. Gezeigt wieder Strobelmaschinen mit schönen Näherinnen, Oskar Strobel und Nähmaschinen. Gesamt 6 Blatt.

- Konvolut von Druckvorlagen schöner und kurioser Annoncen von Strobel, zumeist 1930er-Jahre. Oskar Strobel ist auf fast jedem Bild zu sehen, er war in der Zeit der wichtigste Werbeträger der Firma und durfte auf kaum einer Anzeige fehlen. Allesamt auf festem Karton montiert und mit handschr. Anmerkungen, dazu oft mit Pergaminblatt, immer mit Retusche und Manipulierung der Bilder. Zustand: Karton immer fleckig, Bilder gut erhalten (wenn nicht unten anders angegeben).
Oskar Strobel mit Kleiderpuppe und schöner Näherin im Vordergrund (Bildgrösse 25x35cm, unten mit einer Klebspur, Pergaminblatt fehlt – der Andruck dazu ebenfalls erhalten, s.o.); Oskar Strobel zeigt auf Stoffstück, hinten Pikiermaschine (das gesamte Bild wurde vom Retuscheur stark überarbeitet, Oskar erscheint eher gemalt denn fotografiert – Andruck erhalten (s.o.), 23x13cm); 3 Bilder von Oskar an der Handpresse, mit montierten Texten, Haupttext „Strobel bringt eine gute Kantenbügel-Hand-Presse für nur RM 80.- auf den Markt, die sich für diesen Preis jeder Schneider leisten kann“ (Gesamtgröße 38x30cm, Texte scheinen zu fehlen, kein Pergaminblatt); Oskar weist auf Näharbeit im Gespräch mit staunendem Scheider vor Strobel-Nähmaschine (Motiv ist in zahlreichen Annoncen mitgedruckt, stark vom Retuscheur verfremdet, 21x15cm); Oskar zeigt auf Nähmaschine, davor nähender Mann (Motiv ist in zahlreichen Annoncen mitgedruckt, Oskar vom Retuscheur bearbeitet (nicht die Maschine), 20x27cm); Oskar an der Handpresse (17x23cm); Oskar bei schöner Näherin (in Collage aus 5 Bildern, Texte fehlen, Kartongrösse 33x38cm, schöne Ansichten eines großen Saals mit vielen Näherinnen, Pergaminblatt fehlt); Variante des Vorgängers, Oskar in anderer Ansicht (Collage aus 3 Fotos, Kartongrösse 40x28cm, Pergaminblatt fehlt, stärker fleckig); Vorlage ohne Oskar, 2 Schneider bewundern Anzug auf Kleiderpuppe, davor elegante Dame in Kurzhaarschnitt an Nähmschine Kl. 46 (manipuliert, fleckiger Andruck ebenso erhalten wie Annonce (s.u.); komplette Annonce, ohne Menschen, gezeigt eine Maschine auf zusammenklappbarem Nähtisch in 2 Ansichten, zentraler Text: „Schenken Sie Ihrer Frau eine Strobel-Patent Schrank-Nähmaschine mit Nähtisch kombiniert. Der größte Sparer durch stopfen, flicken, umarbeiten u. sticken etc. [...] (mit 3 Fotoabzügen (kein Papierdruck) der Anzeige), 22x22cm.

- Konvolut von aufklappbaren Werbedrucken der Firma J. Strobel & Söhne, München. Hier wurden etliche der in obigen Konvoluten versammelten Vordrucken verwendet. Allesamt gefaltet, berieben, kleine Randläsuren, sonst gut, wenn nicht unten anders angegeben.
Broschüre „Zeit ist Geld“ (4°, aufklappbar auf 4 Blatt, doppelseitig bedruckt, verwendet wurden Fotos von Messeständen, die beiden Plakatentwürfe von Brend’amour u.a., Gesamtgröße 90x32cm, Randfehlstelle, gelocht); aufklappbares Werbeblatt, zeigt einen Ausschnitt von voriger Broschür (55x35cm, gelocht, gezeigt die beiden Plakate, Brend’amour und ein drittes, wohl strobel-interner Entwurf, 2 x enthalen); aufklappbares Werbeblatt (aufgeklappt 74x32cm, datiert 1929, „Strobel bleibt Strobel“, verwendet die bereits bekannten Motive, es geht um Rollpikiermaschine, 3 Ex. enthalten).

- Konvolut von kleinen Werbedrucken, zumeist zu einzelnen Maschinen, verwendet zumeist bekannte Bilder und Motive (siehe Konvolute Graphik und Maschinen). Zumeist gelocht, partiell Randläsuren, Falzen, sonst gut, wenn nicht unten anders angegeben. Werbeblätter (8°) zu: Klasse 40-1-N (datiert 1930), 40-1 (aufklappbar auf 6 Seiten), 40-1-N niedrige Bauart (etliche Ex.), 40-1 (hier genannt „Hochleistungs-Pelznähmaschine mit Kugellager“). Werbeblatt (4°) zu: 40-1-N (mehere Ex.), Roll-Pikiermaschine, Istro 43 KB (dat. 1930), 44 SB (Annonce aus Zeitung), Liste „kleiner Leitfaden“ (auch abgedruckt in Festschrift 1933, 2x).

- Konvolut von kleinen Werbedrucken, zumeist zu einzelnen Maschinen, verwendet zumeist bekannte Bilder und Motive (siehe Konvolute Graphik und Maschinen). Allesamt etwas fleckig, partiell kleine Randläsuren, sonst gut, wenn nicht unten anders angegeben. Werbeblätter (8°) zu: Pikiermaschine (Slogan: „In einer Stunde die Tagesleistung der Hand erreicht", fleckig, gelocht, gefaltet), aufklappbares Blatt (8°, Slogan „Das ist die schönste und neueste Versenk-Nähmaschine“, ca. 5 Ex.); Strobel Schwenkarm-Kanten-Bügel-Hand-Presse, Unterschlag-Maschine Kl. 6-15-U (hier ein bekanntes Motiv, Oskar mit Kleiderpuppe und schöner Näherin, gefaltet und gelocht, verso die auch Szene mit Näherinnen in einem Saal); 43 KB „Istro“-Pelz-Pikier-Maschine (4°, gefaltet und gelocht), in stark differierender Gestaltung (wohl aus den späten 1930ern?) ein Blatt, bewerbend Spezialmaschinenherstellung auf Auftrag; mehere Blatt mit Slogan „125 Jahre Münchener Oktoberfest“, bewerben die Nähe Strobels zum Oktoberfest, mit schönen Skizzen einiger Wiesn-Attraktionen; dann in Plastikhülle folgende Zettel (4°, randfleckig wohl durch Reaktion Papier-Kunststoff) zu Klassen: 44 und 144 (wohl von 1938), Sticheinzieh-Hand-Apparat, Intervall-Maschine 45-23, Kanten-Ausreibe u. Heft-Maschine 30-2-KR, Pelz-Pikier-Maschine 43 k 3, 48-4, Pelz-Auslaß-Maschine 40-1-NL. Schön ist eine (gelochte) Werbe Postkarten (Karte 2 Blatt) zu 40-1 und der (hier noch ohne Typennummer versehenen) Pikiermaschine, richtet sich an Kürschner und wurde unaufgefordert verschickt.
Konvolut von Werbedrucken, besonders zu frühen Strobel-Maschinen. Drucke zu den Klassen: Pikier-Maschine (dies der erste Werbedruck, der von Strobel hergestellt wurde, es geht um die (hier noch typenlose) erste „Pikier-Maschine“, um 1925, 4sprachig, 8 Seiten, aufklappbar, Randläsuren); Pelznähmaschine 40-1 (um 1925, 4 Blatt, aufklappbar, 8°, mehrere Exemplare, fleckig, Eselsohren); 1 Blatt (4°) Werbung Kl. 44 (verso mit schönem Bild 3 Schneider und adrette Dame mit Kurzhaarschnitt (s.o.)); 44-2-N 1930, ca. 10 Ex. in 2 versch. Farben).

- Konvolut von einem schönen Strobel-Plakat von 1931 und einem kuriose Annoncen-Vorlage. „Die Heimat der unübertroffenen Strobel Pikiermaschine“ wird ein Plakat betitelt (45x30cm, gefaltet, angerändert, minime Randläsuren, sonst schön, 3 Exemplare), das anlässlich der Tagung des VDN (Verband Deutscher Nähmaschinenhersteller) 1931 in München gedruckt wurde. Die Collage, entworfen bei „E. Gebetshammer, München“, zeigt oberbayerische Sehenswürdigkeiten. Darunter heißt es: „Diese herrlichen Bilder entstehen in wunderbarer Wirklichkeit vor Ihnen – Kommen auch Sie zur Tagung nach München (19. mit 24. Juni 1934)“. Die Vorlage zeigt eine komplette Annonce, Oskar berät einen staunenden Schneider vor Kleiderpuppe, unten Pelzschnellnäher und Pikiermaschine mit schräggestelltem Tisch, mitsamt allen Texten und auch dem Urhebervermerk „Brand’amour, Simhart & Co., München“ (32x41 Kartongrösse, Pergaminblatt, fleckig, handschr. Annotationen).

- Konvolut von originalen gezeichneten Entwürfen für Annoncen von Strobel. 1. „Modernisieren sie ihr Bügeln mit dem Automatic SR.W.Dampf-Bügeleisen, das 7TageWunder (4°, doppelseitig bearbeitet, um 1960); 2-3 „Unverwüstlich ist die Strobel-Pikierung“ und „Strobel Pikierung einzig dastehend“ (je gr.8°, einmal auf Karton montiert, um 1930, unsigniert, nie verwendet); 4-5: Handzeichnungen in Tinte, wohl eines „Gützner“, 4°, je ein Blatt (Rückseite eines Baywa-Rundschreibens von 1932), nie verwendet: „Strobels Qualitäts Pikier Ersatz, Breslau Beschluss“ und „Strobel Pikier Qualität“ (gezeigt ein Floss auf Strom (genannt „Arche“ und Menschen in Wasserflut (genannt „wirtschaftl. Sintflut“und Schriftzügen „Breslau“, „Pikierersats“.
Dazu eine kleine Sammlung von Werbeentwürfen für Kürschner (Slogans: „Sie steigern den Wert Ihrer Pelze....“, „Sie leisten edlere Arbeit...“, „Sie bekommen Garantie...“, „Mühelos arbeiten Sie...“, „Ihr Gewinn steigt...“ und dazu Texte von einigen Zeilöen, handgeschrieben auf blaues Papier, 8°, teils mit Korrekturen). Ausserdem einige handgeschriebene bzw. handgezeichnete Entwürfe auf Pauspapier und eine schöne handgemalte Version eines Firmenschildes (Pappe, 36x11cm) und ein s-w-Foto-Abzug eine Firmenschildes (30x10cm)..

- Dazu auf Pauspapier gefertigte Kopiervorlagen „Strobel Geburtstagsfeier 1954 1/4 Liter Wein“, „1/2 Liter Bier“ und diverse Speisen, dazu in gleicher Form Vorlagen für Weihnachtskarte "Gesegnete Weihnacht“ und „Ehren-Urkunde für 15 Jahre treue Mitarbeit aus den 1950ern.“ Dazu Original-Fotobazug einer Werbepostkarte, gezeigt der stark retuschierte Oskar Strobel in den 1950ern mit Nähmaschinen.

- Andrucke eines Werbeschildes um 1960, Text auf französisch („Strobel bleibt Strobel. Fabrique de Machines à Points invisibles pour la Piqure Roulante et le Rabattement ....“). Enthalten der farbige, plakatgrosse Andruck (55x42cm), die Drucke in den 4 Einzelfarben (55x42cm) und der Andruck auf Kunststoff (45x35cm). Papierandrucke teils mit handschr. Anmerkungen am Rand, etwas fleckig, Kunststoffandruck mit Riss, Fehlstellen im farbigen Plastematerial daselbst und fleckig.

- Großes Konvolut von Werbung und Graphik, gefertigt in den 1950ern bis 1970ern. Enthalten, sind Prospekte, Kleindrucke, Andrucke, Entwürfe etc. zu Maschinen, die ab ca. 1950 produziert wurden, Schwergewicht 1955-1970. 3 Aktenordner, 4 Mappen „75 Jahre Strobel“ gefüllt mit Werbematerial zumeist in Plastikheftern, dazu einige Konvolute aus der Werbeagentur (letztere zumeist geordnet nach Typen). Das Material umfasst gesamt einen Umzugskarton!



Das Konvolut stammt aus dem Firmenarchiv des Nähmaschinenherstellers Strobel und Söhne, München. Das Traditionsunternehmen wurde um 2005 stark verkleinert. Im Zuge dieser Minimierung wurde das geräumige Firmenareal in Puchheim bei München (Benzstr. 11) aufgelöst. Teile des Archivs konnten vor der Vernichtung gerettet werden – und werden nun hier zum Kauf angeboten. Die betreffenden Archivalien entstammen bis auf wenige Ausnahmen dem Zeitraum bis ca. 1950.
Kurz zur Firmengeschichte: Johannes Strobel aus Hefigkofen bei Tettnang (Württemberg) trat 1875 beim Münchner Nähmaschinenfabrikanten “Simmerlein & Willareth“ ein. 1883 übernahm Johannes, der sich mittlerweile Jean nannte, den Betrieb, der dann „J. Strobel“ hieß. Später kam es zu Umbenennungen: Ab 1914 (Jeans Todesjahr) „J. Strobel & Sohn“, ab 1919 „J. Strobel & Söhne“, ab 1930 „J. Strobel & Söhne Spezial-Nähmaschinen-Fabrik GmbH“. Bis in die frühen 1920er-Jahre hinein wurde der Umsatz des Unternehmens primär durch den Weiterverkauf von Nähmaschinen anderer Hersteller (z.B. Pfaff, Adler) erwirtschaftet, dazu fertigte man Fahhräder und reparierte Maschinen aller Art. Ab ca. 1922 gelang es Strobel, anfangs primär dank der Tätigkeiten des 1919 wieder ins Werk eingetretenen Alfons Strobel (sen.), sich als Hersteller von Spezialnähmaschinen auf dem europäischen Markt zu etablieren. Die Firma war anfangs ansässig in der Brienner Strasse 30-32 (Simmerlein & Willareth), später in der Landwehrstrasse 18 (ca. 1884, Beginn des Baus von Fahrrädern), dann der Erzgießereistrasse 7 (hier genannt „Münchener Velociped-Fabrik J. Strobel“). Ab 1926 fertigte man in der Heimeranstrasse 44 (Kauf Ende 1919) bzw. 42 bzw. Heimeranplatz 2. In den 1980ern zog das Unternehmen dann nach Puchheim um. Ladengeschäfte bestanden in der Dachauer Strasse 14 (erstes „Geschäftslokal“, ab 1883), dann der Dachauer Strasse 26 oder 28 (Ladengeschäft ab 1893), dann der Bayerstrasse 85 (Ladengeschäft ab 1.4.1928, im Zweiten Weltkrieg vollkommen ausgebrannt).

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS