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Jahr: ab 1961
Bemerkung:
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Strobel Frankreich. Unterlagen aus dem Firmenarchiv zu dem Anwesen Rue Raumur 53, Paris, 2. Arrondissement. 1961 gründete man das Unternehmen „Strobel-France SARL“. Da Alfons Strobel die Geschäfte von München aus leiten wollte und das Personal in Paris keine weitgehenden Befugnisse innehatte, ist es nicht erstaunlich, daß die Unternehmung desaströs endete. Bereits 1967 wurde das Unternehmen liquidiert. Die Dependance befand sich in der Rue Raumur 53 zu Paris. Das dortige Anwesen wurde angemietet und 1963 aufwändig umgebaut.

- Pläne und Risse. Ca. 13 aufklappbare Pläne des ursprünglichen und projektierten Zustandes des Hauses Rue Raumur 53, angefertigt vom Architekten M.Condette zu Paris.

- diverse Schreiben aus dem Archiv zum Anwesen, dazu unbenutztes Büromaterial (wie Briefpapier, Umschläge, Visitenkarten u.ä.), 1960-1967, allesamt gelocht.
- 5 Ausgaben der „Affiches Parisiennes“ vom 12.2.1968, wohl mit enthaltener offizieller Bestätigung der Liquidierung. Dazu diverse Auszüge aus weiteren Ausgaben des Periodikums, so 6.7.1967 und 12.3.1968.
- 3 Ausgaben der „Affiches Parisiennes“ vom 25-27.9.1960, wohl mit Ankündigung der Firmengründung. Allesamt gelocht.

- Frankreich um 1964. Eröffnung der „Boutique“ von Strobel Frankreich („Strobel France SARL), wohl in der Rue Réaumur, Paris (deuxième Arrondissement). 2 Kontaktabzüge mit 24 Fotos 6x6cm 9 s-w-Abzüge (3 Motive, Formate 18x12cm und 13x13cm). Fotograf ist Roger Roche, Paris. Dazu eine handschr. Liste „Inauguration 2 Boutique Strobel on 3 au 12/6/65“; hier sind (in einer Liste voller Ungereimtheiten) Menschen aufgeführt, die vom 5. zum 9.6. 1965 oder 1964 den Laden besucht hatten (im Titel wird das Jahr 1965 genannt, in der Liste dagegen 1964). Datierungen finden sich nur bei ca. ½ der Eintragungen, auch wollten, was vermerkt ist, nicht alle Menschen ihre Namen angeben. Sicher ist anhand der Liste nur, daß die Einweihung am 4.6. stattfand, wohl im Jahre 1964. Die Boutique befand sich lt. den Fotos in der Rue Palestro, lt. der Festschrift 1983 allerdings in der Rue Réaumur.
Dazu ein s-w-Foto (17x12cm), gezeigt ist der Strobel-Laden einige Zeit früher, hier auch mit Straßenschild „Rue du Palestro“, gezeigt der Laden von außen (verso mit Stempel des „Roger Baux, Photographie“).


Das Konvolut stammt aus dem Firmenarchiv des Nähmaschinenherstellers Strobel und Söhne, München. Das Traditionsunternehmen wurde um 2005 stark verkleinert. Im Zuge dieser Minimierung wurde das geräumige Firmenareal in Puchheim bei München (Benzstr. 11) aufgelöst. Teile des Archivs konnten vor der Vernichtung gerettet werden – und werden nun hier zum Kauf angeboten. Die betreffenden Archivalien entstammen bis auf wenige Ausnahmen dem Zeitraum bis ca. 1950.
Kurz zur Firmengeschichte: Johannes Strobel aus Hefigkofen bei Tettnang (Württemberg) trat 1875 beim Münchner Nähmaschinenfabrikanten “Simmerlein & Willareth“ ein. 1883 übernahm Johannes, der sich mittlerweile Jean nannte, den Betrieb, der dann „J. Strobel“ hieß. Später kam es zu Umbenennungen: Ab 1914 (Jeans Todesjahr) „J. Strobel & Sohn“, ab 1919 „J. Strobel & Söhne“, ab 1930 „J. Strobel & Söhne Spezial-Nähmaschinen-Fabrik GmbH“. Bis in die frühen 1920er-Jahre hinein wurde der Umsatz des Unternehmens primär durch den Weiterverkauf von Nähmaschinen anderer Hersteller (z.B. Pfaff, Adler) erwirtschaftet, dazu fertigte man Fahhräder und reparierte Maschinen aller Art. Ab ca. 1922 gelang es Strobel, anfangs primär dank der Tätigkeiten des 1919 wieder ins Werk eingetretenen Alfons Strobel (sen.), sich als Hersteller von Spezialnähmaschinen auf dem europäischen Markt zu etablieren. Die Firma war anfangs ansässig in der Brienner Strasse 30-32 (Simmerlein & Willareth), später in der Landwehrstrasse 18 (ca. 1884, Beginn des Baus von Fahrrädern), dann der Erzgießereistrasse 7 (hier genannt „Münchener Velociped-Fabrik J. Strobel“). Ab 1926 fertigte man in der Heimeranstrasse 44 (Kauf Ende 1919) bzw. 42 bzw. Heimeranplatz 2. In den 1980ern zog das Unternehmen dann nach Puchheim um. Ladengeschäfte bestanden in der Dachauer Strasse 14 (erstes „Geschäftslokal“, ab 1883), dann der Dachauer Strasse 26 oder 28 (Ladengeschäft ab 1893), dann der Bayerstrasse 85 (Ladengeschäft ab 1.4.1928, im Zweiten Weltkrieg vollkommen ausgebrannt).

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS