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cassiodor,fallschirmjaeger1.jpg

Jahr: 1941-1944
Bemerkung:
ArtikelNr. 02624
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Konvolut von originalen Fotos und Negativen aus dem Nachlass eines deutschen Fallschirmjägers, 1941 bis 1944. Rund 60 unterschiedliche Bilder aus der Kriegszeit in ca. 90 Abzügen. Hervorzuheben sind 2 Fotos vom Kampfeinsatz bei Monte Cassino, ein wohl bei Cassino geschossenes Foto des Fallschirmjäger-Generals Heidrich, einige Fotos vom Kampfeinsatz in Rußland und schöne Bilder einer Sprungübung in Frankreich (wohl 1941-1942).

Die Bilder entstammen dem Nachlass des deutschstämmigen Esten Reinhard H., welcher aus Dorpat (estnisch Tartu) stammte, 1940 ins Reich umgesiedelt wurde und ab ca. 1941 bei den Fallschirmjägern diente. Der Mann geriet in russische Gefangenschaft und kehrte erst nach 5 Jahren nach Deutschland zurück (um 1950). Später war er beim BND angestellt, wie seine Tochter berichtete.
Die Fotos fanden sich sowohl in einem Fotoalbum als auch lose in diversen Schachteln. Eine Auflistung und historische Zuweisung der Bilder scheint nie vorgenommen worden zu sein, auch haben nur wenige Fotos eine Bildunterschrift oder Datierung. Das genaue Jahr, in dem H. eingezogen wurde und das Jahr seiner Gefangennahme sind so leider nicht sicher bekannt, ebensowenig die Einheiten, in denen er diente. Das Konvolut lässt sich in verschiedene Bestände unterteilen:

1. Sprungübung, 21 verschiedene Bilder. Die Beschriftung eines Negative enthaltenden Briefumschlags macht Frankreich als Einsatzort höchstwahrscheinlich, wohl 1941. 8 s-w-Abzüge (aus den 1960er-Jahren) einer Fallschirmjägertruppe, vor während und nach einer Sprungübung, dazu 3 Negative, die der Übung zugewiesen werden können. Dazu 8 s-w-Abzüge aus der Kriegszeit, 3x hinten mit Bleistift beschriftet („schon fertig gepackt zum Sprung“, „der schönste Augenblick d. Absprungs ist der freie Fall, bis der Schirm sich geöffnet hat“, „... [unles.] Windesel“, „Parade in Frankreich. Alfons Bialetzki: „da is sich ... [unles.] Gruppe“), gezeigt sind weitere Fotos einer Sprungübung. Dann noch 5 Negative 6x9 mit weiteren Bildern des Übungssprungs.


2. Urlaub in Adlershorst (bei Gdingen, damals Gotenhafen), 6 verschiedene Bilder. 4 Abzüge der ca. 1970er-Jahre, 5 Abzüge wohl der Kriegszeit und 2 Negative. Abgebildet sind H. und 2 Kameraden, einer in Wehrmachtsuniform, einer in Luftwaffenuniform. Letzterer in Beschriftung genannt „Lex Peedimann“ und als gefallen gekennzeichnet. Beim Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge wird ein Alexander Pedimann als gefallen verzeichnet. Dieser stammte aus Pernau in Estland (heute Pärnu) und starb als Unterscharführer (also SS-Angehöriger) am 14.5.1944 in Narwa, Estland. Dazu noch ein Bild H.'s mit wohl seiner Mutter, und eines, welches ihn alleine zeigt (hier hinten beschriftet „März 1942“). H. ist Gefreiter.


3. Italien, Etappendienst, ca. 25 verschiedene Bilder. 8 Abzüge (wohl der 1970er-Jahre), zeigend H. und Kameraden beim Bunkerbau. Dann 20 Abzüge (aus den 1940er- oder 1950er-Jahren), zeigend H. und Kameraden ebenfalls beim Bunkerbau, teils das gleiche Foto doppelt oder identisch mit einem Abzug der 1970er-Jahre. Ein Foto ist beschriftet mit „Bunkerbau in Italien f. General Heidrich“, ein anderes „Ich kucke durch die Brille (Locus) für General Heidrich. Italien 1944 ?“. Ein Foto zeigt einen höheren Offizier beim Lesen an einem Tische, wohl jenen General Richard Heidrich (Heidrich führte ab 1941 das Fallschirmjäger-Regiment 3, ab 1.5.1943 die 1. Fallschirmjäger-Division). Es ist gut möglich, daß die Bilder in der Nähe des Klosters Monte Cassino gemacht wurden. Dagegen spricht, daß 2 Scherenschnitte hinten mit einem Stempel eines italienischen Künstlers aus Padua versehen sind. Dazu kommen noch 2 Bilder, die je 2x als Abzüge und außerdem als Glasnegative erhalten sind (eines der Negative ist zerbrochen). Abgebildet ist H. neben einem Angehörigen der SS (dieser in Wehrmachtsjacke mit Totenkopf-Kragenspiegel, ein Bild evtl. irrig hinten beschriftet „Brückenbau am Savio“), dann noch 1 Bild, zeigend H. mit einen weiteren SS-Angehörigen (dieser in schwarzer Uniform).


4. Italien, Monte Cassino 1944, 3 verschiedene Bilder. 3 Abzüge der 1940er- oder 1950er-Jahre, 2x abgebildet H. und Kameraden im Kampfeinsatz. Ein Foto hinten beschriftet „Todeskreuzung, Tal Monte Cassino, von uns. Bergstellung“, einmal „bei Monte Cassino“.

5. Ostfront, Russland, 8 verschiedene Bilder. 1 Abzug (wohl 1940er-Jahre), H. beim Schlittenfahren in Uniform, hinten beschriftet „1941. Wir rodelten so lange, bis die Russen schossen, da offenes Gelände“ (die Angabe 1941 ist möglicherweise irrig und durch 1942 zu ergänzen); 1 Abzug, (ca. 1940er-Jahre), H. in weisser Tarnuniform mit Lastschlitten, hinten mit fremder Handschrift beschriftet „ Winter 1942/43, Reinhard beim Umzug von einem [Text abgeschnitten]“. 3 Fotos von Fallschirmjägern beim Weihnachtsfest im Holzbunker, ein Bild beschriftet mit „Weihnachten 42 Russld., Fw Henke, Bramann[?]“. 1 Foto H. mit Fallschrimjägerhelm neben MG und 98k im Schützenloch, hinten betitelt „Ein wüst kriegerisches Bild! März 43, Rußl.“. 2 unbetitelte Fotos (H. beim Holzhacken in verschneitem Wald und im Sommer vor einem Blockhaus).


6. Kriegsgefangenschaft, 5 verschiedene Bilder. 2 kleine Portraits, einmal hinten beschriftet „Tratpaku 2.47“, H. deutlich gezeichnet von der Gefangenschaft, dazu 3 weitere Portraits anderer Gefangener (hinten 1947 beschriftet).


7.Vor- und Nachkriegszeit. Dazu noch ca. 50 Bilder, zumeist aus der 1950er-1980er- Jahren, die H. überwiegend privat und mit Familie zeigen. Ein Bild (Erlangen 1954) scheint jedoch H. nebst Mitarbeitern (Agenten?) der Organisation Gehlen / des BND zu zeigen.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS