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Jahr: um 1900
Bemerkung:
ArtikelNr. 02615
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Konvolut von 19 kleinen Zierfahnen, hergestellt um 1900. Die Flaggen wurden vom späteren Professor der Medizin Alfred G. (1883 bis ca. 1948) wohl während seiner Zeit als Schiffsarzt erworben. G. promovierte 1908 und habilitierte sich 1918 in Berlin. 1922 begann er seine Universitätskarriere als Professor in Berlin (später lehrte er noch in Greifswald, erneut Berlin und denn Köln). Zwischen 1908 und dem Ausbruch des Weltkrieges arbeitete er zeitweise als Schiffsarztbei der Nordeutschen Lloyd auf mehreren international tätigen deutschen Schiffen. Die Fahnen lassen sich also auf den Zeitraum von 1908 bis 1914 datieren, falls G. sie während seiner Reisen erstanden hatte. Eigenartig ist nur, daß z.B. Raiatea seit bereits 1880 als Staat aufgehört hatte zu existieren. Möglicherweise hatte der Arzt die Sammlung vor seiner Zeit als Schiffsarzt geschenkt bekommen oder gekauft. Das genaue Alter ist so wohl eher auf die Zeit zwischen 1870 und 1914 zu schätzen, wo die Flaggen hergestellt wurden, lässt sich leider nicht mehr eruieren.

Das dünne und fragile Stoffmaterial überstand den Lauf der Zeit nicht unbeschadet, alle Flaggen sind verblichen und partiell fleckig, viele haben dazu Fehlstellen, einige sind nur mehr partiell erhalten. Dazu sind die Farben oft verblasst (Grün gibt es überhaupt nicht mehr). Die Fahnen haben ein Format von ca. 12x17cm und sind an kleinen 34cm langen hölzernen und mit blauen Streifen versehenen Fahnenmasten mit oben aufgesetzter Kugel angebunden. Die Kugeln sind zumeist erhalten, fehlen aber auch bei einigen Fahnen.



Das Konvolut enthält die Fahnen folgender Staaten:
1. Fahnen ohne Fehlstellen: USA; Norddeutscher Lloyd (Fahne 2x enthalten, einmal schön, einmal mit Eckausriss).


2. Fahnen mit minimalen Fehlstellen: Korea

3. Fahnen mit kleinen Fehlstellen im Innenbereich: Thailand (Siam - noch mit dem weißen Elefanten); US-Bundesstaat Hawaii (in Hawai seit 1816 in Benutzung); Niederlande; Italien (Kriegsflagge 1851-1946, das Grün wie immer vollkommen verblasst);


4. Flaggen mit mittleren Fehlstellen im Innenbereich: Portugal (die alte bis 1910 existente Flagge, ein Schnitt mit kleiner Fehlstelle im Zentrum);

5. Fahnen mit größeren Eckfehlstellen: Türkei/Osmanisches Reich (1 Halbmond, Fahne exisitiert in dieser Form seit 1844); Türkei (hier 3 Halbmonde nach links gerichtet, scheints eine Spezialflagge); Oranjefluß-Republik (heisst der Staat in der in den 1890ern erschienenen 5. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon, früher auch Oranje-Freistaat, heute Südafrika, der Freistaat existent 1854-1900); Kolumbien (Handelsflagge).


6. Fahnen mit Fehlstellen innen und in Eckbereichen: Dänemark, Frankreich, Raiatea (Gesellschaftsinseln, als Staat existent 1847-1880, heute Französisch Polynesien, Departement La France de l’Outre-Mer); Mexiko (Mexico, schön mit dem Adler und der Schlange, das Grün vollkommen verblasst).


In Rudimenten vorhanden sind die deutsche und die englische Kriegsflagge, dazu eine ebenfalls schwer zu recherchierende nur rudimentär vorhandene Fahne (mittiges Wappen: Krone, darunter Hund mit Turm). Dazu noch 3 Maste ohne Fahnen.



Ein schönes Relikt aus der Frühzeit der Flaggen und Fahnen. Äußerst selten und unverkäuflich. 4 Flaggen sind mir zum jetzigen Zeitpunkte noch völlig unklar, finden sich aber dennoch gesondert abgebildet. Ich freue mich über jeden Hinweis!

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS